April 2006 Article Abstracts in German

(Vol.14, No.4)
ISSN: 1067-151X
© 2006 American Academy of Orthopaedic Surgeons

Extracorporeal Shock Wave Therapy in the Treatment of Chronic Tendinopathies
Andrew Sems, MD, Robert Dimeff, MD, and Joseph P. Iannotti, MD, PhD
Die extrakorporale Stoßwellentherapie in der Behandlung chronischer Tendinopathien

Viele klinische Versuche haben die Anwendung der extrakorporalen Stoßwellentherapie zur Behandlung von Patienten mit chronischer Tendinose des Supraspinatus, lateraler Epikondylitis und plantarer Fasziitis untersucht. Obwohl über die Wirksamkeit der extrakorporalen Stoßwellentherapie in manchen Untersuchungen berichtet wurde, war sie in anderen Untersuchungen nicht wirksamer als Placebo. Die multiplen Variablen bei dieser Therapie, so wie die Menge an freigesetzter Energie, die Methode, die Stoßwellen zu fokussieren, Frequenz und Zeitpunkt der Freisetzung und die Frage, ob Anästhetika eingesetzt werden oder nicht, macht den Vergleich klinischer Untersuchungen schwierig. Die Tendinosis calcarea der Supraspinatussehne und die plantare Fasziitis sind erfolgreich mit der extrakorporalen Stoßwellentherapie behandelt worden, wenn die konservative Therapie fehlschlug. Die Ergebnisse bei der Behandlung der Epicondylitis radialis sind jedenfalls unterschiedlich gewesen, und diese Therapie ist bei der Behandlung der nicht kalzifizierenden Tendinose der Supraspinatussehne nicht effektiv gewesen. Die extrakorporale Stoßwellentherapie ist stets wirkungsvoller gewesen mit Rückmeldung durch den Patienten, wodurch es ermöglicht wird, die Stoßwellen zu dem meisten schmerzhaften Areal zu dirigieren (klinische Fokussierung), eher als mit anatomischer oder bildgebungsgeführter Fokussierung, die verwendet werden, um die Stoßwelle zu einer anatomischen Landmarke oder Struktur zu dirigieren.

Nontraumatic Disorders of the Clavicle
Rodney K. Beals, MD, and Donald D. Sauser, MD

Nicht-traumatische Störungen des Schlüsselbeins

Anders als solche, die aus einer Verletzung oder Arthritis herrühren, sind Störungen des Schlüsselbeins selten. Einige nicht-traumatische Störungen werden nur in der Kleinkindheit und Kindheit angetroffen, so wie Geburtsfrakturen, infantile kortikale Hyperostose, kongenitale Pseudarthrose, kleidokraniale Dysplasie und das Kurzklavikelsyndrom. Andere nicht-traumatische Störungen treten sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen auf; zu ihnen zählen die anteriore Subluxation des Sternoklavikulargelenkes, die Friedrich'sche Krankheit, hypertrophe Osteitis, chronische multifokale Periostitis und Arthropathie und die Osteomyelitis. Andere nicht-traumatische Störungen des Schlüsselbeins werden nur bei Erwachsenen gefunden, so wie die distale Osteolyse. Da die Beschreibung und Nomenklatur dieser Störungen aus verschiedenen medizinischen Fachrichtungen stammen, sind diese oft verwirrend. Bis klare, unterscheidbare Merkmale beschrieben sind ist es ratsam, einige dieser Entitäten miteinander zu kombinieren. Dies betrifft besonders die nicht-suppurativen inflammatorischen Störungen des Schlüsselbeins, die unter den Oberbegriff der Spondylarthropathie zu fallen scheinen. Die Behandlung variiert je nach Störung und kann symptomatisches und expektatives Management einschließen, so wie medikamentöse Therapie und konservative oder operative Behandlung.

Use of Bisphosphonates to Improve the Durability of Total Joint Replacements
Arun S. Shanbhag, PhD, MBA

Der Einsatz von Bisphosphonaten zur Verbesserung der Dauerhaftigkeit totaler Gelenkersatze

Der totale Gelenkersatz ist sehr effektiv zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten mit endgradiger Arthritis. Trotz Fortschritten bei Materialien, Operationstechniken und Rehabilitationsprogrammen sind Gelenkprothesen immer noch mit Komplikationen behaftet, die zu deren frühzeitigem Versagen führen. Aseptische Lockerung und Osteolyse sind die primären Ursachen für Implantatversagen. Andere Gründe sind frühzeitige zu Instabilität führende Komponentenmigration, Fehlen von Einwuchs in die Implantatporen und Knochenverlust durch Lastabschirmung. Pharmazeutische Stoffe, die zur Prävention und Behandlung der postmenopausalen Osteoporose verwendet werden (z.B. Bisphosphonate), mögen in der Zukunft eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Langzeit-Dauerhaftigkeit von Gelenkprothesen spielen. Frühzeitige Befunde weisen darauf hin, daß Bisphosphonate die knochenmorphogenetische Protein-2-Produktion aufregulieren und die Knochenneubildung stimulieren. Wegen ihrer anabolen Wirkung auf Osteoblasten haben Bisphosphonate das Potential, den Knocheneinwuchs in Implantatporen zu verstärken, der Knochenresorption unter widrigen Verhältnissen vorzubeugen und die Langzeit-Dauerhaftigkeit von Gelenkprothesen dramatisch auszudehnen. Die Langzeitwirkungen des Gebrauchs von Bisphosphonaten auf die mechanischen Eigenschaften von Knochen sind nicht ausreichen erforscht worden. Zusammen mit Verbesserungen in Implantatdesign und Materialeigenschaften können Bisphosphonate und andere pharmazeutische Stoffe - in der nahen Zukunft - Teil des wachsenden Repertoires sein, das dauerhaftere Gelenkprothesen bereitstellt.

Spinal Surgery and Patient Safety: A Systems Approach
David A. Wong, MD, MSc, FRCSC

Wirbelsäulenchirurgie und Patientensicherheit: ein systematischer Zugang

Bei jedem spinalen Verfahren sind die Identifikation des spezifischen Patienten, der richtigen chirurgischen Lokalisation und der pathologischen Läsion für die chirurgische Intervention bedeutsame Punkte der Patientensicherheit. Der Bericht "Irren ist menschlich" von 1999 des Instituts für Medizin identifizierte unerwünschte Ereignisse im Zusammenhang mit der Operation. Sowohl die Amerikanische Akademie Orthopädischer Chirurgen als auch die Nordamerikanische Gesellschaft für Wirbelsäulenchirurgie haben freiwillige, systembasierte Programme für mehrere Jahre vorgehalten, um sich mit Operationen am falschen Patienten, falschem Vorgehen und an falscher Lokalisation zu befassen. Ab dem 1. Juli 2004 forderte die Gemeinsame Kommission für die Akkreditierung von Gesundheitsorganisationen, daß Krankenhäuser das Universalprotokoll der GKAGO erfüllen. Ergänzend zur chirurgischen Seitenmarkierung beinhaltet das Protokoll zusätzliche Faktoren, so wie eine Arbeitsunterbrechung vor dem Hautschnitt, um einen letzten Systemcheck bezüglich der Patientenidentität, der chirurgischen Lokalisation, der Akte, der Bildgebungen, des Instrumentariums und Revision der präoperativen Medikation durchzuführen.

Nontraumatic Upper Cervical Spine Instability in Children
Brian P. D. Wills, MD, and John P. Dormans, MD
Die nicht-traumatische Instabilität der oberen Halswirbelsäule bei Kindern

Die obere Halswirbelsäule beginnt an der Basis des Occiput, setzt sich fort nach kaudal bis zum Zwischenwirbelraum C2-C3 und beinhaltet das Occipitoatlantal- und das Atlantoaxialgelenk. Eine nicht-traumatische Instabilität der oberen Halswirbelsäule kann aus einer abnormen Entwicklung ossärer oder ligamentärer Strukturen resultieren oder aus einer graduell zunehmenden Band-Laxität zusammen mit Störungen des Bindegewebes. Eine solche Instabilität kann zur Kompression des Rückenmarks bei Bewegungen der Halswirbelsäule führen. Zur korrekten Diagnosestellung gehören eine sorgfältige körperliche Untersuchung, sowie die Auswertung radiologischer Lagebeziehungen und Messungen. Eine geeignete Behandlung von Syndromen, die bei  Instabilitäten der oberen Halswirbelsäule beinhaltet Vorsorgemaßnahmen und Empfehlungen für Teilnahmen am Sport. Zur operativen Behandlung der oberen Halswirbelsäule zählen ein dorsaler Zugang bei Instabilität und die Verwendung rigider Plattenimplantate, Cerclagen und Materialien von Knochentransplantaten, um eine solide Fusion der Wirbel zu erzielen.

The Geographic Incidence and Treatment Variation of Common Fractures of Elderly Patients
Scott M. Sporer, MD, MS, James N. Weinstein, DO, MS, and Kenneth J. Koval, MD

Die geographischen Variationen in der Inzidenz und Behandlung üblicher Frakturen älterer Patienten

Frakturen von Hüfte, Handgelenk, proximalem Humerus und Sprunggelenk werden in der Population älterer Patienten in den Vereinigten Staaten oft beobachtet. Die Patientenpopulation von Medicare hat dramatische geographische Variationen in der Rate dieser üblichen Frakturen aufgezeigt, mit einer erhöhten Inzidenz im ganzen Südosten. Die Behandlung (operativ versus konservativ) ist ebenfalls hoch variabel und hängt vom geographischen Ort, nicht jedoch zwingend vom Verletzungstyp ab. Während die regionale Variation in der medizinischen Behandlung Variationen in der Praxis zugerechnet werden kann, ist die Ätiologie hinter den dramatischen Variationen bei Fakturen weniger gut definiert und ist wahrscheinlich multifaktoriell, sowie bedingt durch Umwelt-, Arbeits-, genetische oder Ernährungsfaktoren.

Dr. Jörn Deneke, Augsburg im Juni 2006



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