(Vol.14, No.12)
ISSN: 1067-151X
© 2006 American Academy of Orthopaedic Surgeons
Total Disk Arthroplasty
Eric L. Lin, MD, and Jeffrey C. Wang, MD
Der totale Bandscheibenersatz
Die spinale Fusion bleibt der goldene Standard für die operative Behandlung der Instabilität und des mechanischen tiefen Rücken- oder Nackenschmerzes. Dennoch können, selbst bei sorgfältig ausgesuchten Patienten, erfolgreiche klinische Ergebnisse schwierig zu erzielen sein. Zu den Gründen eines Fehlschlages zählen Pseudarthrose und Erkrankungen der benachbarten Spinalsegmente. Die theoretischen Vorteile der Entfernung schmerzhafter Bandscheiben bei Erhaltung der Beweglichkeit haben zu steigendem Interesse am totalen Bandscheibenersatz geführt. Obwohl Bandscheibenersatze in Europa seit Jahrzehnten eingesetzt werden, ist das Verfahren in den Vereinigten Staaten relativ neu. Kürzlich sind zwei künstliche Scheiben für symptomatische lumbale degenerative Erkrankung von der US Food and Drug Administration genehmigt worden; verschiedene andere werden klinischen Versuchen unterzogen. Kurzzeitstudien zeigen ähnliche klinische Verbesserungen sowohl für den Bandscheibenersatz, als auch für Fusionsverfahren bis hin zu 2-Jahresergebnissen. Gegenstand weiterer Forschung sind optimale Design-Spezifikationen, potentielle Komplikationen und sachgerechte Patientenauswahl. Konsequenterweise muß der Langzeitnutzen des totalen Bandscheibenersatzes gegenüber der Fusion in der Behandlung des axialen tiefen Rückenschmerzes erst noch bestimmt werden.
Partial-ThicknessRotator Cuff Tears
Andrew B. Wolff, MD, Paul Sethi, MD, Karen M. Sutton,
MD, Aaron S. Covey, MD, David P. Magit, MD, and Michael
Medvecky, MD
Teilrupturen der Rotatorenmanschette
Teilrupturen der Rotatorenmanschette sind keine singuläre Entität; eher repräsentieren sie ein Spektrum von Krankheitszuständen. Obwohl sie oft asymptomatisch sind, können sie auch deutlich behindernd sein. Überkopfwerfende Sportler mit Teilruptur der Rotatorenmanschette unterscheiden sich bezüglich der Ätiologie, den Zielen und der Behandlung von älteren nicht sportlichen Patienten mit degenerativen Rissen. Die Pathogenese der degenerativen Teilruptur der Rotatorenmanschette ist multifaktoriell, mit deutlichen Hinweisen darauf, daß intrinsische und extrinsische Faktoren eine Schlüsselrolle spielen. Die Diagnose der Teilrupturen der Rotatorenmanschette sollte auf den Symptomen des Patienten zusammen mit Magnetresonanztomographien basieren. Die konservative Behandlung ist bei den meisten Patienten erfolgreich. Die Operation wird im allgemeinen erwogen bei Patienten mit Symptomen längerer Dauer und Intensität. Die Rolle der Akromioplastik ist nicht klar herausgestellt, aber sie sollte in Betracht gezogen werden, wenn es Anzeichen für eine extrinsische Verursachung der Teilruptur der Rotatorenmanschette gibt.
Back Pain in Athletes
James P. Lawrence, MD, Hunter S. Greene, MD, and
Jonathan N. Grauer, MD
Rückenschmerzen
bei Sportlern
Der Sportler mit Rückenschmerzen ist eine klinische Herausforderung. Vorübergehende Symptome müssen von persistierenden oder rezidivierenden Symptomen abgegrenzt werden, die mit einer identifizierbaren Pathologie einhergehen. Kontakt-Sportler scheinen Risikofaktoren für spezifische spinale Pathologien zu haben, die mit den Anforderungen von Belastungen und ständig wiederholten Bewegungen spezifischer Aktivitäten korrelieren. Zum Beispiel haben Spitzensportler, die bei längerem und intensiverem Training teilnehmen, höhere Inzidenzraten an degenerativen Bandscheibenschäden und Spondylolyse als die Sportler, die das nicht tun. Allerdings zeigen Daten, daß der Freizeitsportler bei körperlicher Konditionierung vor lumbaler Verletzung geschützt sei. Die Behandlung von Sportlern mit akutem oder chronischem Rückenschmerz ist üblicherweise nicht-operativ, und die Symptome sind generell selbstlimitierend. Allerdings kann ein systematischer Zugang zum Sportler mit Rückenschmerzen, einschließlich einer sorgfältigen Anamnese und körperlichen Untersuchung, angemessener Bildgebung und Behandlungsalgorithmen, die auf spezifische Diagnosen ausgerichtet sind, die Symptomlinderung und Rückkehr zum Sport erleichtern. Es gibt keine verläßlichen Studien zur Untersuchung der Langzeit-Konsequenzen sportlicher Aktivitäten auf die Lendenwirbelsäule.
Surgical Management of Anterior Cruciate Ligament
Injuries in Patients With Open Physes
Mitchell W. Larsen, MD, William E. Garrett, Jr,
MD, PhD, Jesse C. DeLee, MD, and Claude T. Moorman
III, MD
Das chirurgische Management von Verletzungen
des vorderen Kreuzbandes bei Patienten mit offenen
Wachstumsfugen
Aufgrund der steigenden Zahl von Sportlern mit nicht ausgereiftem Skelett, die in Sportarten mit hohen Anforderungen mitkämpfen, erleiden mehr Kinder als früher Verletzungen des vorderen Kreuzbandes. Die Behandlung und die Patienten-Compliance bezüglich der Behandlungsempfehlungen sind problematisch. Die pädiatrischen Fragen beinhalten solche, die spezifisch sind für die Beurteilung, das vorhergesagte Wachstum und die Operation. Eine srikte Modifikation der Aktivitäten kann das Knie vor weiteren Verletzungen schützen und die Operation aufschieben, manchmal bis zur Skelettreife. Die operativen Optionen sind Verfahren außerhalb der Wachstumszone, partiell und vollständig die Wachstumszone kreuzend. Die operativen Verfahren sind schwierig, weil die typischen Bohr- und Fixationstechniken die Wachstumszone beeinträchtigen und möglicherweise zu Wachstumsstörungen führen können. Ein weites Spektrum an Wachstumsstörungen ist berichtet worden; diese müssen verstanden sein, um die Operationstechnik zu perfektionieren und potentielle Wachstumsstörungen zu vermeiden. Chirurgische Herausforderungen, Optionen bezüglich aufgeschobener Operationen und mögliche Endergebnisse müssen alle dem Patienten und den Eltern klar vermittelt werden.
The HallucalSesamoid Complex
Barnaby T. Dedmond, MD, John W. Cory, MD, and Angus
McBryde, Jr, MD, FACS
Der Sesambeinkomplex der Großzehe
Die Sesambeine der Großzehe sind sehr wichtig für die normale Gewichtsbelastung und Fußmechanik. Der Sesambeinkomplex der Großzehe überträgt normalerweise bis zu 50 % des Körpergewichts und kann während des Abrollens Lasten > 300 % übertragen. Diese hohen Belastungen können sowohl zu akuten, als auch zu chronischen Pathologien der Sesambeine der Großzehe führen. Probleme der Sesambeine können beim Wochenendkämpfer oder dem Elite-Sportler auftreten. Daher sollen sich Patienten mit Pathologien der Sesambeine bei einem allgemeinen orthopädischen Chirurgen, sportmedizinischen Arzt, Fuß- und Sprunggelenkspezialisten oder Podiater vorstellen. Körperliche Untersuchung, Röntgenaufnahmen und andere spezialisierte Untersuchungen unterstützen die Klassifikation der Sesambein-Pathologie. Die initiale Behandlung beinhaltet nahezu immer eine Orhesenversorgung, aber eine chirurgische Intervention kann in hartnäckigen Fällen notwendig sein. Zu den operativen Optionen zum Management von Problemen des Sesambeinkomplexes der Großzehe zählen Kürettage, Knochentransplantation, Shaving, interne Fixation und partielle oder komplette Exzision.
Surgical Exposuresof the Humerus
Dan A. Zlotolow, MD, Louis W. Catalano III, MD,
O. Alton Barron, MD, and Steven Z. Glickel, MD
Operative Zugänge zum Humerus
Die neurovaskuläre und muskuläre Anatomie im Bereich des Humerus schließt den Gebrauch eines wirklich "sicheren" voll ausgedehnten operativen Zugangs aus. Die Arbeit im Bereich eines sich spiralig windenden Nervus radialis an der dorsalen Schaftmitte erfordert entweder eine transmuskuläre Dissektion oder eine tricepsschonende paramuskuläre Technik. Um eine maximale Exposition zu erzielen muß der Nervus radialis am Sulcus nervi radialis mobilisiert werden. Für die Darstellung nur des proximalen Humerusschaftes bevorzugen viele Chirurgen den anterolateralen Zugang, weil er die interneurale Ebene benutzt zwischen dem Nervus axillaris und dem Nervus deltoideus proximal, sowie dem Nervus radialis und dem Nervus musculocutaneus distal. Proximal ist der deltoideopectorale Zugang zur Schulter weiterhin der am meisten verwendete. Allerdings ist der laterale Delta-Split-Zugang ein gangbarer, wenig invasiver Zugang sowohl für Nähte der Rotatorenmanschette, als auch für die Fixation von valgusimpaktierten proximalen Humerusfrakturen. Distal ist der intraartikuläre Zugang abhängig von der Mobilisation des Tricepsmuskels, entweder durch Olecranonosteotomie oder Tricepsrelease; dieser Zugang kann entweder mit einem Triceps-Split- oder einem paratricipitalen Zugang zum Zwecke der proximalen Ausdehnung verbunden werden.
Dr. Jörn Deneke, Augsburg im Januar 2007