(Vol.10, No.4)
ISSN: 1067-151X
© 2002 American Academy of Orthopaedic Surgeons
Paul F. Lachiewicz, MD, and Scott S. Kelley, MD
Der Gebrauch blockierender Komponenten beim totalen Hüftgelenkersatz
Der Gebrauch blockierender Komponenten kann geeignet sein für die chirurgische Behandlung rezidivierender Luxationen durch Weichteilinsuffizienz nach totalem Hüftgelenkersatz. Blockierende Komponenten beinhalten üblicherweise einen blockierenden Mechanismus innerhalb der Polyäthylenschicht der Prothesenpfanne, um den Prothesenkopf in situ zu halten. Zwei verschiedene Prothesendesigns liegen vor und sind von der U.S. Food and Drug Administration genehmigt worden. Die blockierende Komponente des S-ROM verwendet zusätzliches Polyäthylen am Rand, das durch Deformierung den Hüftkopf mehr umfaßt und dann durch einen Metallverriegelungsring gehalten wird. Die blockierende Osteonics-Komponente von Howmedica ist eine tripolare Vorrichtung; ihre bipolare Komponente artikuliert mit einer weiteren Polyäthylenschicht. Diese blockierenden Komponenten übertragen Hüftkräfte auf die Blockierungsmechanismen, die sonst zur Dislokation führen würden, den Raum zwischen Hüftschale und Pfanne oder den Raum zwischen Knochen und Prothese. Diese Kräfte können eventuell zum Versagen einer Komponente beitragen durch Lockerung, Dissoziation, Bruch oder rezidivierende Luxationen. Studien dieser Komponenten zeigen eine Versagensrate von 4 % bis 29 % bei einer relativ kurzzeitigen Nachuntersuchung.
David P. Roye, Jr, MD, and Benjamin D. Roye, MD, MPH
Der idiopathische kongenitale Pes equinovarus
Die Ätiologie des idiopathischen kongenitalen pes equinovarus ist unbekannt, und es besteht kein Konsens bezüglich der besten Behandlung. Zunehmend wird der Ultraschall zur pränatalen Diagnose dieses Zustandes verwendet, aber die Diagnose bleibt klinisch postnatal. Röntgenaufnahmen können helfen, die Diagnose zu bestätigen und den Schweregrad des Zustandes festzulegen. Es gibt viele Klassifikationsschemen, aber keines bietet einen angemessenen prognostischen Wert. Das Wesentliche der Behandlung sind Manipulation und Ruhigstellung, worauf üblicherweise ein Weichteilrelease folgt. Dennoch sind einige Patienten erfolgreich mit intensiver Physiotherapie anstelle von Operationen behandelt worden.
Paul E. Beaulé, MD, FRCSC, Joel M. Matta, MD, and Jeffrey W. Mast, MD
Die Hüftarthrodese: gegenwärtige Indikationen und Techniken
Die Behandlung junger Erwachsener mit schwerer Hüftgelenksarthrose bleibt ein Problem wegen der steigenden Versagensrate des totalen Hüftgelenkersatzes (THGE), so wie der Aussicht auf multiple Revisionen bei dieser Population. Obwohl die Hüftarthrodese weder von den meisten orthopädischen Chirurgen, noch von den Patienten als günstige Alternative angesehen wird, aufgrund der Annahme weniger als optimaler funktioneller Ergebnisse, ist sie eine brauchbare Technik, besonders für jüngere Patienten mit kurzzeitiger Anamnese mit lokaler Infektion und/oder Trauma. Mit den gängigen Techniken interner Fixierung kann eine Fusionsrate von > 80 % erzielt werden mit maximaler Erhaltung der Knochensubstanz. Eine sorgfältige Patientenauswahl und optimale Position der Arthrodese (Flexion von 20° bis 30°, Adduktion von 5°, Außenrotation von 5° bis 10° und Beinlängendifferenz < 2 cm) sind Voraussetzung für ein erfolgreiches Langzeitergebnis. Rücken- und ipsilaterale Knieschmerzen sind die häufigsten Beschwerden, die zu einer sekundären Konversion einer Hüftfusion zu einem THGE führen. Die Symptome bessern sich merklich nach einer Konversion. Die Überlebensrate des Konversions-THGE ist vergleichbar mit dem eines primären THGE, wenn der Patient älter als 50 Jahre ist und mehrfache Operationen vermieden worden sind. Allerdings kann das Verfahren technisch eine Herausforderung darstellen und birgt ein hohes Risiko an postoperativen Komplikationen.
Gary D. Bos, MD, Robert J. Esther, MD, MSc, and T. Scott Woll, MD
Tumoren des Fußes: Diagnostik und Behandlung
Verschiedene große klinische Serien haben gezeigt, daß benigne und maligne Tumoren am Fuß und am Sprunggelenk in einer höheren Rate auftreten als vorher angenommen. Aufmerksamkeit ist erforderlich bei der Untersuchung jeglicher Raumforderung am Fuß, einschließlich solcher mit einem anscheinend schmerzfreien Verlauf. Obwohl Tumoren am Fuß dazu neigen, wegen der kompakten Struktur des Fußes relativ frühzeitig Symptome zu entwickeln, werden viele Tumoren anfangs fehldiagnostiziert. Bedingt durch das vergleichsweise kleine Volumen der anatomischen Kompartimente im Fuß stellen sich Tumore oftmals außerhalb der eigentlichen Kompartimente dar, was eine frühzeitige Diagnose unerläßlich macht. Größere Behandlungsfehler können verhindert werden, wenn die Ärzte bei der Beurteilung aller Raumforderungen des Fußes das Potential einer Malignität bedenken. Ein hoher Verdachtsindex, ein organisierter Zugang zur Diagnose und zur Bewertung und Befolgung der Grundprinzipien der Behandlung myoskelettaler Neoplasien erhöhen die Wahrscheinlichkeit akzeptabler Ergebnisse.
R. Sean Jackson, MD, Daxes M. Banit, MD, Alfred L. Rhyne III, MD, and Bruce V. Darden II, MD
Verletzungen der oberen Halswirbelsäule
Die einzigartige Anatomie der oberen Halswirbelsäule und die typischen Verletzungsmechanismen führen zu einer vorhersehbaren Reihe von Verletzungsmustern. Traumatische Bandverletzungen des atlanto-okzipitalen Gelenkes und des Ligamentum transversum atlantis sind relativ selten, haben eine ungünstige Prognose bezüglich der Heilung und sprechen oft am besten auf chirurgische Stabilisierung an. Knochenverletzungen, einschließlich Frakturen der okzipitalen Kondylen, Atlasfrakturen, die meisten Densfrakturen und traumatische Spondylolisthesen des Axis schlagen generell gut auf konservative Behandlung an. Dennoch bleibt die Behandlung kontrovers, besonders bei Densfraktuen des Typ II.
Christopher J. Hogan, MD, and Shepard R. Hurwitz, MD
Die Behandlung des komplexen regionalen Schmerzsyndroms der unteren Extremität
Das komplexe regionale Schmerzsyndrom, früher bekannt als sympathische Reflexdystrophie oder Kausalgie, ist ein schwieriges therapeutisches Problem für den orthopädischen Chirurgen bei der Behandlung einer betroffenen unteren Extremität. Trotz vieler divergierender und oft widersprüchlicher Theorien ist die Ursache des schweren Schmerzes, der Veränderungen im regionalen Blutfluß und des Ödems unbekannt. Maßnahmen, deren Erfolg sich bei der Behandlung ähnlicher Zustände an Arm und Hand als erfolgreich erwiesen haben, lindern an der unteren Extremität den Schmerz vielfach nicht. Übliche Behandlungsregime zielen auf individuelle Komponenten dieses Symptomenkomplexes ab, namentlich sympathische oder afferente Nervenhyperaktivität, vasomotorische Instabilität oder regionale Osteoporose. Trotz weitverbreiteten Gebrauchs einiger dieser Behandlungen belegen nur wenige kontrollierte klinische Versuche deren Wirksamkeit. Dieses anspruchsvolle Syndrom wird am besten durch ein multidisziplinäres Team behandelt, einschließlich Spezialisten für die Behandlung chronischer Schmerzen, Physiotherapeuten und orthopädische Chirurgen.
Donald S. Garbuz, MD, MHSc, FRCSC, Bassam A. Masri, MD, FRCSC, John Esdaile, MD, MPH, FRCPC, and Clive P. Duncan, MD, FRCSC
Klassifikationssysteme in der Orthopädie
Klassifikationssysteme helfen dem orthopädischen Chirurgen ein Problem zu charakterisieren, eine potentielle Prognose abzugeben und bieten eine Anleitung zur Festlegung der optimalen Behandlungsmethode für einen bestimmten Zustand. Klassifikationssysteme spielen auch eine Schlüsselrolle in der Darstellung klinischer und epidemiologischer Daten, was einen einheitlichen Vergleich und Dokumentation ähnlicher Zustände erlaubt. Ein nützliches Klassifikationssystem ist reliabel und valide. Obwohl die Messung der Validität oft schwierig und manchmal unpraktisch ist, ist die Reliabilität - zusammengefaßt als Reliabilität durch intrapersonelle und interpersonelle Beobachtung - leicht zu messen und sollte als Minimalstandard für die Validierung dienen. Reliabilität wird durch den Kappa-Wert gemessen, der wirkliche Übereinstimmung mehrerer Beobachtungen von einer Übereinstimmung allein durch Zufall unterscheidet. Einige weithin verwendete Klassifikationen myoskelettaler Zustände haben sich bei kritischer Bewertung als nicht reliabel erwiesen. Dr. Jörn Deneke, Rotenburg an der Fulda im August 2002
Translated by Dr. med Jörn Deneke.