(Vol.14, No.1)
ISSN: 1067-151X
© 2006 American Academy of Orthopaedic Surgeons
Knee Bracing for Unicompartmental Osteoarthritis
Fabian E. Pollo, PhD, and Robert W. Jackson, MD
Kniebracing bei unikompartimenteller Osteoarthritis
Die unikompartimentelle Osteoarthritis des Knies betrifft Millionen Menschen. Mehrheitlich ist das konservative Management dieser progredienten Krankheit primär auf die Reduktion der Entzündung und des Schmerzes durch Medikamente ausgerichtet. Deutliche Hinweise stützen die klinische Wirksamkeit des Bracings zur Behandlung der Osteoarthritis des Knies. Bei einigen Patienten reduziert das Bracing deutlich die Schmerzen, verbessert die Funktion und reduziert die Überlastung auf das geschädigte Kompartment. Verschiedene Gesundheits- und Funktionsstatus-Instrumente, so wie radiologische Techniken und biomechanische Forschungen sind eingesetzt worden, um die Entlastungsfähigkeit dieser Brace zu beurteilen. Obwohl die Veränderungen in der Angulation relativ minimal sind, hat sich gezeigt, daß die Brace zur Lastverteilung führen und somit die Belastungen im degenerativen medialen Kompartment des Knies reduzieren.
Symptomatic Os Acromiale
Christopher A. Kurtz, MD, Byron J. Humble, DO, Mark
W. Rodosky, MD, and Jon K. Sekiya, MD
Das symptomatische Os acromiale
Das Os acromiale, die Verbindung des Acromions mit der Spina scapulae durch fibrokartilaginöses Gewebe eher als durch Knochen, ist eine anatomische Variante, die laut Berichten bei nahezu 8 % der Bevölkerung weltweit angetroffen wird. Es ist häufiger bei Schwarzen und Männern als bei Weißen und Frauen. Obwohl es oft ein Zufallsbefund ist, ist das Os acromiale als begünstigender Faktor bei Schulterimpingement-Symptomen und Rupturen der Rotatorenmanschette identifiziert worden. Wenn die nichtoperative Behandlung eines symptomatischen Os acromiale nicht zur Symptomlinderung führt, wird die chirurgische Intervention erwogen. Optionen sind die Exzision des Os acromiale, offene Reposition und interne Fixation und arthroskopische Dekompression. Die Exzision ist üblicherweise für kleine bis mittelgroße Fragmente (Präakromion) reserviert oder nach fehlgeschlagener offener Reposition mit interner Fixation. Eine persistierende Dysfunktion des Deltoids kann aus der Exzision eines großen Os acromiale resultieren. Die offene Reposition mit interner Fixation erhält große Fragmente bei Erhaltung der Deltoideusfunktion. Die Fixation mit kanülierten Schrauben hat erwiesenermaßen gute Heilungsraten gezeigt. Arthroskopische Techniken haben zu verschiedenen Ergebnissen geführt, wenn sie zur Behandlung des Impingement als Folge eines instabilen Os acromiale eingesetzt wurden. Begleitende Risse der Rotatorenmanschette können arthroskopisch angegangen werden oder durch einen offenen transakromialen Zugang, gefolgt von offener Reposition mit interner Fixation des Os acromiale.
High-Energy Tibial Plateau Fractures
Eric M. Berkson, MD, and Walter W. Virkus, MD
Hochenergetische Frakturen des Tibiaplateaus
Die Schwere einer Fraktur des Tibiaplateaus und die Komplexität ihrer Behandlung hängt von der Energie ab, die auf die Gliedmaße einwirkt. Niederenergetische Verletzungen verursachen typischerweise unilaterale depressionsartige Frakturen, während hochenergetische Traumen zu Trümmerfrakturen mit erheblichen Knochen-, Weichteil- und neurovaskulären Verletzungen führen können. Die Beurteilung beinhaltet geeignete Röntgenaufnahmen und sorgfältige klinische Beurteilung des Weichteilmantels. Die Behandlung richtet sich auf den Schutz der Gewebevaskularität und hat die Wiederherstellung der Gelenkkongruenz und der mechanischen Achse der Gliedmaße zum Ziel. Die temporäre gelenkübergreifende externe Fixation erleichtert die Weichteilheilung, während minimal invasive Techniken und anatomisch geformte Platten den Weichteilschaden begrenzen können und eine stabile Fixation bieten. Alternativ kann der Einsatz begrenzter interner Fixation und definitiver externer Fixation die Weichteilverletzung minimieren, Komplikationen verhindern und Frakturheilung erlauben. Komplikationen, einschließlich Infektion, Fixationsverlust und Achsabweichung werden am besten durch Befolgung dieser biologisch respektvollen Behandlungsprinzipien verhindert.
Closed Fractures Complicated by Peripheral
Nerve Injury
L. Randall Mohler, MD, and Douglas P. Hanel, MD
Geschlossene Frakturen, kompliziert durch
periphere Nervenverletzung
Geschlossene Frakturen können durch begleitende periphere Nervenverletzungen kompliziert werden. Da allerdings klinische Informationen begrenzt sind, ist es schwierig, den besten Behandlungsverlauf zu bestimmen. Die meisten Patienten mit geschlossenen Frakturen haben eine lokale Nervenverletzung ohne Nervendurchtrennung; deren Prognose bezüglich der Wiederherstellung ist günstig. In der Akutsituation ist die sofortige Operation üblicherweise ungerechtfertigt wegen der Schwierigkeit, den Schweregrad und die Ausdehnung der Nervenverletzung akkurat zu definieren. Wenn ein Débridement einer offenen Fraktur oder eine Operation nicht erforderlich sind, werden periphere Nervenverletzungen am besten beobachtet und die Extremität mit einer Gipsschiene und Bewegungsübungen behandelt, um einer Bewegungseinschränkung des Gelenkes vorzubeugen. Patienten, die nach 6 Monaten keine Anzeichen einer Wiederherstellung zeigen, weder klinisch, noch bei elektrodiagnostischer Testung, sollten einer operativen Revision unterzogen werden, um die Wahrscheinlichkeit der funktionellen Wiederherstellung zu maximieren. Wenn - unter der Exploration - der Nerv Kontinuität aufweist, sollte intraoperativ eine Messung des Nervenaktionspotentials durchgeführt werden. Die Messung des Nervenaktionspotentials wird bestimmen, ob eine Nerventransplantation, eine lokale Neurolyse oder Exzision des verletzten Segmentes, zusammen mit primärer Nervennaht die geeignetste Behandlung ist.
Leg-Length Discrepancy After Total Hip Arthroplasty
Charles R. Clark, MD, Herbert D. Huddleston, MD, Eugene
P. Schoch III, MD, and Bert J. Thomas, MD
Beinlängendifferenz nach totalem Hüftgelenkersatz
Beinlängendifferenz nach totalem Hüftgelenkersatz kann ein erhebliches Problem für den Orthopädischen Chirurgen darstellen. Diese Differenz ist mit Komplikationen verbunden worden wie Nervenlähmung, tiefer Rückenschmerz und Gangabnormität. Sorgfältige präoperative Messung und Beurteilung, so wie präoperative und postoperative Patientenführung sind wichtige Faktoren zur Erreichung eines akzeptablen Ergebnisses. Eine gleiche Beinlänge sollte nach totalem Hüftgelenkersatz jedenfalls nicht garantiert werden. Eher sollte dem Patienten eine realistische Einschätzung davon gegeben werden, was vernünftigerweise erwartet werden kann.
Diskography in the Evaluation of Low Back Pain
Spiros G. Pneumaticos, MD, PhD, Charles A. Reitman,
MD, and Ronald W. Lindsey, MD
Diskographie in der Beurteilung des tiefen
Rückenschmerzes
Die Diskographie spielt eine zunehmend wichtige Rolle bei der Beurteilung des axialen tiefen Rückenschmerzes, besonders im Hinblick auf die chirurgische Entscheidungsfindung. Trotz Fortschritten bei anderen Formen der Bildgebung bleibt die Diskographie dadurch einzigartig, daß sie der einzige Test ist, bei dem während der Untersuchung eine Schmerzantwort provoziert wird. Es ist vorgeschlagen worden, daß Patienten mit axialem tiefen Rückenschmerz, die während der Diskographie eine konkordante Schmerzantwort zeigen, mit höherer Wahrscheinlichkeit günstig auf einen chirurgischen Eingrif reagieren. Dennoch ist die Wirksamkeit beim Gebrauch dieser potentiellen Korrelation abhängig von der technischen Anwendung und Interpretation. Die Validität der Diskographie bleibt kontrovers, zum Teil weil chirurgische Ergebnisse nach Diskographie nicht übereinstimmend waren. Deshalb bleibt die Diskographie bei ausgewählten Patienten mit persistierendem Rückenschmerz eine diagnostische Modalität zweiter Wahl, die zur Klärung von Operationsindikationen verwendet wird. Trotz wohldefinierter Richtlinien sind die technischen Aspekte der Diskographie und ihre Interpretation weiter in Entwicklung.
Dr. Jörn Deneke, Augsburg im August 2006