(Vol. 5, No. 1)
ISSN: 1067-151X
© 1997 American Academy of Orthopaedic Surgeons
Robert N. Hotchkiss, MD
Radiusköpfchenfrakturen: Osteosynthese oder Resektion?
Dislozierte Radiusköpfchen-frakturen sollten routinemäßig bei jungen aktiven Patienten nicht länger mit Resektion des Radiusköpfchens behandelt werden. Eine Verbesserung der Technik bei bildgebenden Verfahren, der operativen Freilegung und der Implantate haben die Möglichkeiten verbessert, das Köpfchen zu erhalten. Zusätzliche Verletzungen können die Erhaltung des Radiusköpfchens für die aktuelle, sowie für die Langzeitstabilität erforderlich machen. Bei Patienten mit Verdacht auf Verletzung der Membrana interossea des Unterarmes kann die Erhaltung des Radiusköpfchensproximalen Fehlstellung vorbeugen. Eine übungsstabile Osteosynthese kann an Radiusköpfchen und -hals in der sicheren Zone eingesetzt werden, wo die Bewegung nicht behindert wird. Die Resektion des Radiusköpfchens sollte Patienten mit Trümmerfraktur vorbehalten werden oder solchen, deren Armfunktion weniger Bedeutung hat.
Gordon W. Nuber, MD, and Mark K. Bowen, MD
Verletzungen des Acromioklavikulargelenkes und distale Claviculafrakturen
Das Acromioklavikulargelenk (ACG) ist oft von Verletzungen und degenerativen Veränderungen betroffen. Die meisten Verletzungen kommen durch direktes Trauma zustande, wie direkter Sturz auf die Schulter. Sechs Arten der ACG-Sprengung und drei Arten der distalen Claviculafraktur sind beim Erwachsenen beschrieben worden. Obwohl allgemeine Ubereinstimmung herrscht bezüglich der Behandlung von ACG-Sprengungen des Typs I, II, IV, V und VI, besteht kein Konsens über die Behandlung der Typ III-Verletzungen. Bisherige Studien haben keinen eindeutigen Vorteil der operativen Rekonstruktion gegenüber der konservativen Behandlung gezeigt. Da die distalen Claviculafrakturen von Typ II zur Fehlstellung neigen, kann die operative Stabilisierung anzuraten sein, um diese Komplikation zu vermeiden.
Norman Y. Otsuka, MD, and James R. Kasser, MD
Suprakondyläre Humerusfrakturen bei Kindern
Die suprakondyläre Humerusfraktur ist eine häufige Verletzung des Ellenbogens bei Kindern. Nicht dislozierte Frakturen können mit Gips oder Orthese behandelt werden. Die Behandlung der dislozierten Frakturen mit geschlossener Reposition und perkutaner Spickdraht-Osteosynthese hat die Komplikationsrate bei dieser Verletzung deutlich gesenkt. Die Inzidenz von Fehlstellungen (cubitus varus) hat ebenso abgenommen wie die Inzidenz des Kompartmentsyndroms. Anatomische Reposition und Fixation, bei besonderer Beachtung der Weichteilsituation und Kontrolle der neurovaskulären Funktion, sind der Schlüssel zur erfolgreichen Behandlung dieser Verletzung bei Kindern.
Paul Tornetta III, MD, and Hamid R. Mostafavi, MD
Die Hüftluxation: Gegenwärtige Behandlungsstrategien
Die Hüftluxation tritt nur bei adäquatem Trauma auf, und begleitende Verletzungen sind hauftig. Frühzeitige Diagnose und Therapiceinleitung sind nötig um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Die Behandlungsstrategie beinhaltet die notfallmäßige Reposition des Femurkopfes zur Wiederherstellung der Durchblutung, postrepositionelle Röntgenaufnahme und Computertomographie zum Ausschluß begleitender Frakturen und Beurteilung des Repositionsergebnisses, Stabilitätstestung und Frühmobilisation. Die offene Reposition kann erforderlich werden, wenn eine kongruente Reposition durch geschlosses Manöver nicht erreicht werden kann. Trotz angemessener Behandlung können posttraumatische Arthrose und ischämische Nekrose mit einer Rate von 15% bis 30% auftreten. Patienten, die eine Hüftluxation erleiden, sollten zu Beginn der Therapie aud diese Komplikationsmöglichkeiten hingewiesen werden.
Brent L. Norris, MD, and James F. Kellam, MD
Weichteilschäden bei schweren Extremitätenverletzungen: Behandlungsprinzipien
Die Behandlung schwerer Extremitätenverletzungen ist in den letzten Jahrzehten deutlich vorangeschritten, und die angemessene Behandlung von begleitenden Weichteilschäden hat sich als bedeutender Faktor zur Erlangung guter Ergebnisse erwiesen. Die frühzentige Beurteilung schwer verletzter Extremitäten ist unerläßlich. Schwere geschlossene Verletzungen erfordern regelmäßige Überwachung der Weichteile und frühzeitige knöcherne Stabilisierung. Offene Verletzungen erfordern rechtzeitiges aggressives Débridement der Weichteile, gefolgt von knöcherner Stabilisierung. Regelmaßige Verbandswechsel sollten durchgeführt werden bis die endgultige Weichteildeckung erreicht ist. Der definitive Weichteilverschluß wird beschleunigt durch regelmäßige Débridements alle 48 bis 72 Stunden unter sterilen Bedingungen. Die Frakturheilung wird durch frühzeitige Knochentransplantate erleichtert und/oder durch Wechsel des Osteosynthesematerials. Aggressive Rehabilitation mit frühzeitiger gesellschaftlicher Wiedereingliederung sind unumgänglich für ein gutes funktionelles Endergebnis. Bei extremitätenerhaltender Behandlung schwer verletzter Gliedmaßen ist die Einhaltung dieser Richtlinien von besonderer Bedeutung.
Barry P. Boden, MD, Albert W. Pearsall, MD, William E. Garrett, Jr, MD, PhD, and John A. Feagin, Jr, MD
Patellofemorale Instabilität: Untersuchung und Behandlung
Patellofemorale Störungen sind eine häufige Ursache für Knieschmerzen und Behinderungen. Eine präzise Anamnese und sorgfältige Untersuchung sind erforderlich für eine korrekte Diagnose, wobei bildgebende Verhahren eine wichtige Rolle spielen. Die Magnetresonanztomographie kann Informationen über Inkongruenzen und Weichteilverletzungen liefern. Obwohl fließende Übergänge zwischen den einzelnen Diagnosen bestehen, könen die meisten patellofemoralen Störungen in drei verschiedene Kategorien eingeteilt werden: Weichteilabnormitäten, patellare Instabilität durch Subluxation oder Fehlstellung und Femoropatellar-Arthrose. Viele patellofemorale Störungen können konservativ behandelt werden. Wenn eine Operation notwendig ist, kann die Patellakippung durch ein Laterales Release erfolgreich behandelt werden. Die Patellalateralisation mit Fehlstellung kann durch distale Korrektur wie anteromedialer Verlagerung der Tuberositas tibiae behoben werden. Die Naht des medialen Retinaculums in Fällen von Patellaluxationen hat die inzidenz rezidivierender Instabilitäten signifikant gesenkt. Obwohl es keine ideale Behandlung der Femoropatellar-Arthrose gibt, können mechanische Symptome durch arthroskopisches Débridement von Auffaserungen gelindert werden. Störungen der knorpeltragenden Gelenkanteile können durch Behandlung der primären Ursache behandelt werden.
Translated by Dr med Jörn Deneke.