(Vol.9, No.1)
ISSN: 1067-151X
© 2001 American Academy of Orthopaedic Surgeons
Thomas R. McCauley, MD, and David G. Disler, MD
Kernspintomographie des Gelenkknorpels des Knies
Kürzlich entwickelte kernspintomographische Darstellungstechniken erlauben eine genaue Bestimmung leichter und hochgradiger Gelenkknorpeldefekte. Es besteht ein gesteigertes Interesse an der kernspintomographischen Darstellung des Gelenkknorpels, zum Teil, weil es für die Identifizierung derjenigen Patienten nützlich ist, die von neuen Therapien zum Gelenkknorpelersatz profitieren, einschließlich der Chondrozytentransplantation, verbesserten Techniken der osteochondralen Transplantation, chondroprotektiven Agentien und Stimulationsfaktoren für das Knorpelwachstum. Das Verfahren spielt auch potentiell eine große Rolle in der Nachuntersuchung von Patienten während und nach der Behandlung. Die Feststellung von Gelenkknorpeldefekten ist vorteilhaft für Patienten, die einer Arthroskopie wegen anderer Verletzungen unterzogen werden, wie z.B. Meniskuschäden, weil das Vorliegen von Gelenkknorpelverletzungen die Prognose verschlechtert und Therapieoptionen abwandeln kann.
Scott E. Porter, MD, and Edward N. Hanley, Jr, MD
Die myoskelettalen Wirkungen des Rauchens
Gegenwärtig gibt es mehr als 50 Millionen Raucher in diesem Land, und annähernd 800 Milliarden Zigaretten werden jedes Jahr geraucht. Das Rauchen ist heute die führende vermeidbare Ursache von Morbidität und Mortalität in den Vereinigten Staaten. Nach einem Bericht können über 500.000 Todesfälle pro Jahr in den Vereinigten Staaten allein dem Rauchen angelastet werden. Seit Jahren wissen orthopädische Chirurgen um die Wechselwirkungen, die vermutlich zwischen dem Rauchen und einer Reihe orthopädischer Veränderungen und Komplikationen bestehen. Es hat sich gezeigt, daß es die Knochenmineraldichte, lumbale Bandscheibenschäden, die Rate von Hüftfrakturen und die Dynamik der Knochen- und Wundheilung negativ beeinflußt. Obwohl wissenschaftliche und klinische Informationen über das Rauchen und seine Folgen auf verschiedene Grade der Korrelation zwischen dem Rauchen und orthopädischen Veränderungen hinweisen, legen die meisten verfügbaren Daten einen realen und reproduzierbaren Zusammenhang nahe. In der Vergangenheit hat es viele Einzelberichte gegeben, die gesondert diese Zusammenhänge behandeln, aber sehr wenige veröffentlichte Übersichtsarbeiten. Diese Zusammenfassung der gegenwärtigen Literatur über die Beziehung zwischen dem Rauchen und myoskelettalen Erkrankungen und ihre Behandlung bietet Informationen, die von beiden, Praktiker und Patient, klinisch genutzt werden können.
Paul Tornetta III, MD
Dislozierte Acetabulumfrakturen: Indikationen für operative und konservative Behandlung
Dislozierte Acetabulumfrakturen sind ein herausforderndes Problem. Im Gegensatz zu den meisten Fällen, in denen eine Operation auf einer spezifischen Indikation beruht, sollten dislozierte Acetabulumfrakturen solange als operatives Problem angesehen werden, bis spezifische Kriterien für eine konservative Behandlung etabliert sind. Zu diesen zählen ein kongruentes Hüftgelenk auf anteroposterioren und schrägen (Judet) Röntgenprojektionen, eine intakte Belastungszone (definiert durch Messungen des Domes und des subchondralen Bogens auf dem Computertomogramm) und ein stabiles Gelenk. Die letztendliche Entscheidung über die Behandlungsmethode muß auch die funktionellen Bedürfnisse, Erwartungen und den körperlichen Zustand des Patienten berücksichtigen, sowie die Erfahrung des Arztes und die Ausstattung der Klinik für den Umgang mit dieser Art von Verletzungen. Dislozierte Zweisäulenfrakturen mit sekundärer Kongruenz können zu besseren Ergebnissen führen als andere dislozierte Frakturen. Bei älteren Patienten kann die konservative Therapie sehr nützlich sein. Das Verständnis der gegenwärtigen Kriterien für den effektiven Einsatz der konservativen Behandlung wird dem Chirurgen helfen, diese schwierigen Entscheidungen zu treffen.
Jeffrey A. Guy, MD, and Lyle J. Micheli, MD
Krafttraining für Kinder und Jugendliche
Kraft- oder Widerstandstraining für junge Sportler ist eine der populärsten und sich am schnellsten entwickelnden Verfahren geworden, die sportliche Betätigung zu steigern. Frühere Studien befaßten sich sowohl mit der Sicherheit, als auch mit der Wirksamkeit des Krafttrainings für junge Athleten, aber die gegenwärtigen Erfahrungen weisen darauf hin, daß beide - Kinder und Jugendliche - ihre Muskelkraft durch Krafttraining steigern können. Diese Steigerung der Kraft ist in hohem Maße mit der Intensität und dem Ausmaß der Belastung verknüpft und scheint eher das Ergebnis gesteigerter neuromuskulärer Aktivierung und Koordinierung zu sein als das der Muskelhypertrophie. Durch Training induzierte Kraftgewinne sind weitgehend reversibel, wenn das Training abgebrochen wird. Es gibt zur Zeit keinen Beleg zur Stützung des Fehlkonzeptes, daß Kinder zur Kraftgewinnung Androgene benötigen oder durch das Training Flexibilität verlieren. Bei guter Überwachung und angemessenem Programmaufbau können junge Sportler, die am Krafttraining teilnehmen, ihre Muskelstärke steigern und scheinen nicht ein irgendwie höheres Risiko für Verletzungen einzugehen als junge Athleten, die sich einem solchen Training nicht unterzogen haben.
Douglas W. Jackson, MD, Mark J. Scheer, MD, and Timothy M. Simon, PhD
Knorpelersatz: Überblick über die Grundlagenwissenschaft und Behandlungsoptionen
Symptomatische und konservativ nicht beherrschbare Gelenkknorpeldefekte stellen eine Herausforderung an die klinische Behandlung dar. Obwohl es bedeutende Fortschritte in der Stimulation intrinsischer Reparaturmechanismen, der Knorpelregeneration und anderer Substitutionstechniken gegeben hat, hat bislang keine von ihnen zu den nötigen Kenntnissen geführt, um normalen Gelenkknorpel zu vervielfältigen. Die Behandlungsziele bei Knorpelschäden sind es, Schmerzlinderung zu erzielen, Gelenkergüsse und Entzündungen zu verringern, die Funktion wiederherzustellen, Behinderungen zu vermindern und die Notwendigkeit eines prothetischen Ersatzes aufzuschieben oder abzumildern. Da das Gebiet der Wiederherstellung des Gelenkknorpels sich weiterhin schnell entwickelt, sollte die geeignetste Behandlungsoption für den einzelnen Patienten auf den pathologischen Besonderheiten des Schadens und den Symptomen und Erwartungen des Patienten beruhen. Der orthopädische Chirurg muß mit beiden, den existierenden und den neu hinzutretenden Behandlungstechniken des Knorpels vertraut sein, um die Patienten am besten zu führen und ihren Erwartungen in Hinsicht auf langfristigen Nutzen gerecht zu werden.
Peter J. L. Jebson, MD, and Brian D. Adams, MD
Die Handgelenksarthrodese: Übersicht über die gegenwärtigen Techniken
Die Handgelenksarthrodese ist ein wohl etabliertes Verfahren, das vorausschaubar Schmerzen lindert und ein stabiles Handgelenk für den Kraftgriff liefert. Obwohl verschiedene Techniken zur Erzielung einer soliden Versteifung beschrieben worden sind, resultiert die Kombination aus starrer Stabilisierung mit einer dorsalen Platte und autologer Spongiosaplastik in einer hohen Fusionsrate und umgeht die Notwendigkeit einer verlängerten postoperativen Ruhigstellung in einer Schiene. In letzter Zeit ist von erfolgreichen Ergebnissen durch dorsale Verplattung mit oder ohne lokales Knochentransplantat bei Patienten mit posttraumatischen Zuständen berichtet worden. Drahtfixation ist ein etabliertes Verfahren bei Patienten mit entzündlicher Arthritis oder einer Bindegewebsstörung; dennoch gerät die Plattenfixation zunehmend zu einer akzeptableren Alternative. Komplikationen sind relativ häufig und reichen von geringeren, vorübergehenden Problemen bis hin zu größeren Problemen, so wie Wunddehiszenz, Infektion, Verwachsungen der Strecksehnen und Platteninstabilität, was die Entfernung des Implantates erforderlich machen kann. Präoperativ sollten die Patienten auf das Vorliegen eines Karpaltunnelsyndroms, einer Arthritis des distalen Radioulnargelenkes oder eines ulnokarpalen Einstauchungssyndroms beurteilt werden, was nach einer Arthrodese symptomatisch werden oder bleiben kann. Die Handgelenksarthrodese führt zu einer hochgradigen Patientenzufriedenheit hinsichtlich Schmerzlinderung und Korrektur der Deformität. Die Patienten sind in der Lage, die meisten täglichen Verrichtungen und Aktivitäten zu bewältigen, durch das Erlernen der Adaptation an und Kompensation des Verlustes der Handgelenkbeweglichkeit.
Marc D. Silver, MD
Der Gebrauch ergogener Hilfsmittel durch Sportler
Ein "ergogenes Hilfsmittel" ist definiert als jedwedes Mittel zur Verbesserung der Energienutzung, einschließlich der Produktion, Kontrolle und Effizienz der Energie. Sportler verwenden häufig ergogene Hilfsmittel, um ihre Leistung zu verbessern und ihre Chancen zu steigern, im Wettkampf zu gewinnen. Es wird vermutet, daß zwischen einer und drei Millionen männlicher und weiblicher Sportler allein in den Vereinigten Staaten anabole Steroide benutzt haben. Als Antwort auf das Problem des Drogengebrauchs haben viele Sportorganisationen Vorschriften erlassen, die den Gebrauch bestimmter pharmakologischer, physiologischer und nutritiver Hilfsmittel durch Sportler verbieten, und haben Drogentest-Programme eingesetzt, um deren Einhaltung zu überprüfen. Deshalb ist es für Ärzte wichtig, über die zur Verfügung stehenden ergogenen Hilfsmittel Bescheid zu wissen, so daß sie ihre Sportpatienten angemessen behandeln und beraten können.
Translated by Dr. med Jörn Deneke.