July 2006 Article Abstracts in German

(Vol.14, No.7)
ISSN: 1067-151X
© 2006 American Academy of Orthopaedic Surgeons

Complications After Treatment of Flexor Tendon Injuries
Soma I. Lilly, MD, and Terry M. Messer, MD
Komplikationen nach Behandlung von Beugesehnenverletzungen

Die Ziele der Beugesehnennaht sind, die intrinsische Sehnenheilung zu ermöglichen und die extrinsische Vernarbung zu minimieren, zum Zwecke der Optimierung des Sehnengleitens und des Bewegungsumfanges. Trotz Fortschritten bei Materialien und Methoden, die bei der chirurgischen Naht verwendet werden, und in der postoperativen Rehabilitation treten Komplikationen nach Beugesehnenverletzungen weiterhin auf, selbst bei Patienten, die von erfahrenen Chirurgen und Therapeuten behandelt werden. Die häufigste Komplikation ist die Bildung von Adhäsionen, was den aktiven Bewegungsumfang begrenzt. Weitere Komplikationen sind Gelenkkontraktur, Sehnenruptur, Blockierungen und Schäden der Sehnenrollen mit Bogensehneneffekt. Zu den weniger häufigen Problemen zählen Quadrigaphänomen, Schwanenhalsdeformität und Lumbricalis-Plus-Deformität. Eine minuziöse Operationstechnik und frühe postoperative Sehnenmobilisation innerhalb eines gut überwachten Therapieprogramms können die Frequenz und Schwere dieser Komplikationen minimieren. Die sofortige Erkennung von Problemen und die Behandlung mit Handtherapie, Splinten und/oder Operation kann helfen, die Wiederherstellungszeit zu minimieren und die Funktion zu verbessern. In der Zukunft könnte der Einsatz neuer biologischer Heilungsmodulatoren die Komplikationen nach Beugesehnenverletzungen nahezu eliminieren.

Psychosocial Factors and Surgical Outcomes: An Evidence-Based Literature Review
Patricia H. Rosenberger, PhD, Peter Jokl, MD, and Jeannette Ickovics, PhD

Psychosoziale Faktoren und chirurgische Ergebnisse: eine evidenzbasierte Revision der Literatur

Der Einfluß psychosozialer Faktoren auf klinische Ergebnisse nach Operationen ist in verschiedenen Studien erforscht worden. Diese Revision beschränkt sich auf chirurgische Ergebnisstudien, veröffentlicht zwischen 1990 und 2004, die (1) psychosoziale Variablen (d.h. Depression, soziale Unterstützung) als Prädiktoren des Ergebnisses einschließen und die (2) auf klinische Ergebnisse abzielen (d.h. postoperative Schmerzen, funktionelle Wiederherstellung), unter Verwendung (3) spezifischer multivariater Analysetechniken mit (4) relevanten klinischen Variablen (d.h. präoperativer Gesundheitsstatus), eingeschlossen als Kovarianten. Neunundzwanzig Studien erfüllten diese Kriterien. Die Ergebnisse zeigen, daß psychosoziale Faktoren bei der Wiedergesundung eine wichtige Rolle spielen und für das chirurgische Ergebnis voraussagend sind, selbst nach Berücksichtigung bekannter klinischer Faktoren. Einstellungs- und Stimmungsfaktoren waren stark prädiktiv; Persönlichkeitsfaktoren waren am wenigsten prädiktiv. Die Ergebnisse weisen darauf hin, daß die präoperative Berücksichtigung von Einstellungs- und Stimmungsfaktoren dem Chirurgen helfen, Geschwindigkeit und Ausmaß der postoperativen Wiedergenesung einzuschätzen.

Surgical Treatment of Nonarticular Distal Tibia Fractures A
sheesh Bedi, MD, T. Toan Le, MD, and Madhav A. Karunakar, MD

Die operative Behandlung nichtartikulärer distaler Tibiafrakturen

Die Behandlung distaler metaphysärer Tibiafrakturen kann schwierig sein. Die Wahl der Therapie wird beeinflußt von der Nähe der Fraktur zum Pilon, der Fragmentdislokation, der Trümmerzone und der Weichteilverletzung. Eine nichtoperative Behandlung ist möglich bei stabilen Frakturen mit minimaler Verkürzung. Die Indikationen für die Marknagelung sind ausgeweitet worden einschließlich distaler metaphysärer Frakturen. Die intramedulläre Nagelung erlaubt eine atraumatische geschlossene Stabilisierung bei Erhaltung der Vaskularität des Frakturbereiches und der Integrität des Weichteilmantels. Die Anatomie der Markhöhle auf dieser Höhe verhindert jedenfalls direkten Kontakt zwischen Nagel und Endost, und Bedenken sind aufgetreten bezüglich der biomechanischen Stabilität der Fixation und des Risikos der Fehlheilung. Die Plattenfixation ist effektiv zur Stabilisierung distaler Tibiafrakturen. Zu den konventionellen Techniken gehören ausgedehnte Dissektion und Ablösung des Periosts, was das Risiko für Weichteilkomplikationen erhöht. Perkutane Verplattungstechniken verwenden indirekte Repositionsmethoden und erlauben die Stabilisierung distaler Tibiafrakturen bei Erhaltung der Vaskularität des Weichteilmantels. Die äußere Fixation ist effektiv in der Situation kontaminierter Wunden oder ausgedehnter Weichteilverletzungen. Eine sorgfältige präoperative Planung unter Berücksichtigung des Frakturmusters und des Weichteilzustandes hilft, die Implantatauswahl zu treffen und postoperative Komplikationen zu minimieren.

Spondylolysis and Spondylolisthesis in Children and Adolescents:  I. Diagnosis, Natural History, and Nonsurgical Management
Ralph Cavalier, MD, Martin J. Herman, MD, Emilie V. Cheung, MD, and Peter D. Pizzutillo, MD

Spondylolyse und Spondylolisthesis bei Kindern und Jugendlichen: I. Diagnose, natürlicher Verlauf und nichtoperative Behandlung

Spondylolyse und Spondylolisthesis werden oft bei Kindern mit unterem Rückenschmerz diagnostiziert. Die Spondylolyse stellt einen Defekt der pars interarticularis des Wirbels dar. Die Spondylolisthesis ist die Vorwärtstranslation eines Wirbelsegmentes über dasjenige darunter. Die isthmische Spondylolyse, die isthmische Spondylolisthesis und Streßreaktionen mit Beteiligung der pars interarticularis sind die bei Kindern am häufigsten gesehenen Formen. Das typische Erscheinungsbild ist charakterisiert durch deine Vorgeschichte mit aktivitätsbedingtem unteren Rückenschmerz und dem Vorliegen schmerzhafter spinaler Beweglichkeit und Anspannung der Kniesehnen ohne Radikulopathie. Nativröntgenaufnahmen, Computertomographie und Photonenemissionstomographie sind nützlich zur Diagnosestellung. Symptomatische Streßreaktionen der pars interarticularis oder angrenzender vertebraler Strukturen werden am besten mit Ruhigstellung der Wirbelsäule und Aktivitätseinschränkung behandelt. Die Spondylolyse schlägt oft auf kurze Perioden von Aktivitätseinschränkung, Ruhigstellung und Physiotherapie an. Die niedriggradige Spondylolisthesis (-< 50 % Translation) wird ähnlich behandelt. Die weniger häufige dysplastische Spondylolisthesis mit intakten dorsalen Elementen erfordert größeres Augenmerk. Die symptomatische hochgradige Spondylolisthesis (> 50 % Translation) schlägt viel weniger verläßlich auf nichtoperative Behandlung an. Es kann erforderlich sein, das wachsende Kind während der Skelettreifung klinisch und radiologisch zu beobachten. Bei verbleibenden Schmerzen trotz nichtoperativer Maßnahmen, bei voranschreitender Wirbeldislokation oder bei Vorliegen neurologischer Defizite ist die operative Intervention indiziert.

Perioperative Management of the Obese Orthopaedic Patient
Daniel Guss, MD, and Timothy Bhattacharyya, MD
Das perioperative Management des adipösen orthopädischen Patienten

Da fast ein Drittel der amerikanischen Erwachsenen als adipös eingestuft wird, wird es zunehmend wichtiger, daß orthopädische Chirurgen mit den Managementmaßnahmen für diese Patienten vertraut sind. In der präoperativen Untersuchung muß der kardiopulmonale Status und andere komorbide Zustände, besonders Diabetes eingeschätzt werden. Zu den intraoperativen Erwägungen zählen die Erfordernisse für spezielle Gerätschaften, Patientenlagerung, Positionierung des intravenösen Zuganges, des zentralen Monitorings und die für die physiologischen Veränderungen bei adipösen Patienten spezifische Anästhesie. Postoperativ weisen adipöse Patienten höhere Raten an tiefer Venenthrombose und Wundsepsis auf als nichtadipöse Patienten, und sie können im zusätzlich notwendigen Sauerstoffbedarf, in der Medikamentendosierung und im Ausgang auf der Intensivstation von anderen Patienten abweichen. Adipöse Patienten können faktisch erfolgreich allen orthopädischen Verfahren unterzogen werden; allerdings sind diese Maßnahmen oft eine größere Herausforderung, und adipöse Patienten scheinen höhere Raten an Prothesenversagen, Infektionen, Implantatversagen und Fehlheilung nach Fraktur zu haben, obwohl viele dieser Komplikationen durch geeignete Gegenmaßnahmen minimiert werden können.

Dr. Jörn Deneke, Augsburg im August 2006



Member/Resident Login | Subscriber/Guest Login