June 2006 Article Abstracts in German

(Vol.14, No.6)
ISSN: 1067-151X
© 2006 American Academy of Orthopaedic Surgeons

Proteomics: Applications to the Study of Rheumatoid Arthritis and Osteoarthritis
Reuben Gobezie, MD, Peter J. Millett, MD, MSc, David S. Sarracino, PhD, Christopher Evans, PhD, and Thomas S. Thornhill, MD
Proteomik: Anwendungen zum Studium der rheumatoiden Arthritis und Osteoarthritis

Das Studium sowohl der DNS als auch der Proteintechnologien ist gekennzeichnet durch beispiellose Erfolge im letzten Jahrzehnt. Die Vervollständigung des Humanen Genomprojektes 2003 ist repräsentativ für eine neue Ära in der Genomik; ebenso bietet die Proteomik-Forschung, welche die Art Krankheiten zu studieren revolutioniert hat, das Potential, viele der pathophysiologischen Mechanismen zu öffnen, die den klinischen Problemen zugrundeliegen, auf die Orthopädische Chirurgen treffen. Diese neuen Felder erweitern unseren Zugang und Erforschung von Ätiologie und Fortschreiten myoskelettaler Störungen, besonders von rheumatoider Arthritis und Osteoarthritis. Fortschritte in der Technologie der Proteomik können zur Entwicklung von Biomarkern sowohl für rheumatoide Arthritis, als auch für Osteoarthritis führen. Solche Biomarker würden die Früherkennung dieser Krankheiten verbessern, das Anschlagen auf Behandlung messen und die Kenntnis  der Krankheitspathogenese erweitern.

Arthroscopic Rotator Cuff Repair
Stephen S. Burkhart, MD, and Ian K. Y. Lo, MD
Die arthroskopische Naht der Rotatorenmanschette

Die arthroskopische Naht der Rotatorenmanschette wird von einer zunehmenden Zahl an Orthopädischen Chirurgen durchgeführt. Die Prinzipien, Techniken und Instrumentarien sind zu einem Umfang erweitert worden, daß alle Formen und Größen von Rissen der Rotatorenmanschette, einschließlich massiver Rupturen, heutzutage arthroskopisch genäht werden können. Das Erreichen einer biomechanisch stabilen Konstruktion ist Voraussetzung für eine biologische Heilung. Die ideale Nahtkonstruktion muß die Naht-Knochen-Fixation, Naht-Sehnen-Fixation, den Abrasionswiderstand der Naht, Nahtstärke, Knotensicherheit, Schlaufensicherheit und die Wiederherstellung der anatomischen Fußpunkte der Rotatorenmanschette (das Oberflächenareal des Knochens, an das sich die Sehnen der Rotatorenmanschette anheften) optimieren. Soweit optimierte Nahtkonstruktionen erreicht werden, berichten erfahrene arthroskopische Chirurgen über Ergebnisse ähnlich denen bei offener Naht der Rotatorenmanschette. Durch Anstieg der arthroskopischen Fertigkeit des Chirurgen durch Teilnahme an Operationskursen und größere Erfahrung im Operationssaal wird es eine steigende Tendenz zur arthroskopischen Naht der meisten Pathologien der Rotatorenmanschette geben.

Osteoporosis in Men
Vonda J. Wright, MD

Osteoporose bei Männern

Die Osteoporose ist eine deutlich Gefährdung des alternden Knochens bei Männern. Dreißig Prozent der Hüftfrakturen treten bei Männern auf; während desr anfänglichen Krankenhausaufenthaltes und des ersten Jahres nach der Fraktur ist die Letalitätsrate doppelt so hoch wie bei Frauen. Dennoch wird die Osteoporose bei Männern deutlich weniger diagnostiziert und behandelt. Die häufigsten Faktoren, die mit der Osteoporose bei Männern assoziiert ist, sind Alter > 75 Jahre, niedriger zugrundliegender Körpermassenindex (< 24 kg/m2), Gewichtsverlust > 5 % während 4 Jahren, ständiges Rauchen und körperliche Inaktivität. Die Osteoporose bei Männern ist entweder sekundär nach einer Primärerkrankung oder idiopathisch. Sie weist eine bimodale Altersverteilung auf, mit Höhepunkt um die 50 Jahre (Sekundärkrankheit) und um die 70 Jahre (idiopathisch). Prävention und Früherkennung sind gewöhnlich die besten Behandlungsformen. Allein oder in Kombination sind Kalzium, Vitamin D, Bisphosphonate und humanes Parathormon alle effektive Behandlungsoptionen. In der Akutsituation einer Fraktur bei fragilem Knochen ist der orthopädische Chirurg der Schlüssel zur Identifizierung von Risikopatienten, weil der Chirurg die Erstversorgung stellt und prophylaktische Mittel zur Vermeidung zukünftiger Frakturen einleiten kann.

The Hypoplastic Thumb
Shian-Chao Tay, MD, Steven L. Moran, MD, Alexander Y. Shin, MD, and William P. Cooney III, MD

Der hypoplastische Daumen

Die Daumenhypoplasie ist Teil eines Spektrums radialer longitudinaler Defekte der oberen Extremität. Die systemische Beteiligung anderer Organsysteme ist nicht selten, was eine Teamarbeit in der Behandlung erfordert. Wegen des Variantenreichtums anatomischer Abnormitäten bei Daumenhypoplasie muß die klinische und intraoperative Beurteilung des Daumens präzise sein. Eine wirkungsvolle Behandlung der Daumenhypoplasie erfordert das Verständnis von Embryologie, Epidemiologie, Klassifikation, klinischer Darstellung und Behandlungsoptionen. Ein Management, das primär durch den Grad der Daumenhypoplasie bestimmt ist, kann nicht-operative Techniken, Rekonstruktion, Pollizisation und - seit kurzem - mikrochirurgische Verfahren beinhalten.

Scoliosis in the Child With Cerebral Palsy
James J. McCarthy, MD, Linda P. DíAndrea, MD, Randal R. Betz, MD, and David H. Clements, MD
Die Skoliose beim Kind mit zerebraler Lähmung

Skoliose ist häufig bei Kindern mit zerebraler Lähmung. Inzidenz und Kurvationsmuster hängen vom Grad der neurologischen Beteiligung ab. Diese Kinder tragen ein erhöhtes Komplikationsrisiko aufgrund des größeren Vorliegens assoziierter medizinischer Komorbiditäten. Dementsprechend ist eine sorgfältige präoperative Beurteilung erforderlich, welche die Einschätzung der pulmonalen, nutritiven, gastrointestinalen und neurologischen Systeme des Patienten einschließt, so wie eine genaue Beurteilung der Wirbelsäule und des Muskel-Skelett-Systems. Kinder mit progressiver Kurvation von > 40° bis 50° sind Kandidaten für eine spinale Fusion, besonders wenn die Deformität das Sitzen behindert oder auf Bracing nicht anspricht. Das Operationsziel ist, eine stabile, ausgeglichene und schmerzfreie spinale Fusion zu erhalten. Obwohl die dorsale spinale Fusion mit multisegmentaler Fixation die häufigste Technik ist, werden heutzutage andere, so wie vorderes Release und/oder Fusion oder kombinierte Verfahren erwogen. Bei Patienten mit deutlichem Beckenschiefstand oder die ein Risiko für einen sich entwickelnden Beckenschiefstand haben, sollte die Instrumentierung bis zum Becken reichen, besonders beim bettlägerigen Kind.

Pigmented Villonodular Synovitis
Wakenda K. Tyler, MD, MPH Armando F. Vidal, MD, Riley J. Williams, MD, and John H. Healey, MD

Die pigmentierte villonoduläre Synovitis

Die pigmentierte villonoduläre Synovitis ist ein proliferativer Zustand der Synovia. Monoartikulärer Befall - der häufigste Prozeß - tritt in zwei Formen auf: lokalisiert und diffus. Die lokalisierte Form zeichnet sich durch fokalen Befall der Synovia aus, entweder mit nodulären oder gestielten Raumforderungen; die diffuse Form betrifft üblicherweise die gesamte Synovia. Die lokalisierte Form hat eine exzellente Prognose und niedrige Rezidivrate, wenn sie operativ behandelt wird. Die häufigere diffuse Form hat Berichten zufolge eine Rezidivrate von bis zu 46 %. Obwohl dieser Zustand sich in jedem Gelenk zeigen kann, ist das Knie die am häufigsten betroffene Lokalisation. Die pigmentierte villonoduläre Synovitis ist oft aggressiv mit deutlicher extraartikulärer Ausdehnung. Die offene Synovektomie ist die Standardmethode in der Behandlung. Die arthroskopische Synovektomie, welche Popularität erlangt hat, hat mehrere Vorteile gegenüber der offenen Technik, ist aber bei der diffusen pigmentierten villonodulären Synovitis mit höheren Rezidivraten behaftet. Die Synovektomie durch jedweden Zugang kann jedoch einer sekundären Osteoarthritis und nachfolgendem Gelenkersatz vorbeugen. Die strahleninduzierte Synovektomie hat verschiedene Ergebnisse gezeigt. Kombinierte operative und nicht operative Wege können notwendig sein, und bei manchen Patienten mag der totale Gelenkersatz die einzig effektive Behandlung sein.

Dr. Jörn Deneke, Augsburg im August 2006



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