(Vol. 5, No. 2)
ISSN: 1067-151X
© 1997 American Academy of Orthopaedic Surgeons
Mary Lynn Newport, MD
Strecksehnenverletzungen der Hand
Bis vor kurzem wurden Strecksehnenverletzungen nicht als ein besonderes Problem für die Hand angesehen. Studien haben gezeigt, daß nicht alle Schäden der Extensoren gut ausheilen und daß ein Beugedefizit gravierend ist. Neuere postoperative Nachbehandlungen mit Streckschienen haben die Ergebnisse verbessert, und über verfeinerte Operationstechniken und eine bessere postoperative Rehabilitation wird geforscht. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Untersuchung akuter offener und geschlossener Strecksehnenverletzungen, ihre konservative und operative Behandlung, sowie Möglichkeiten der postoperativen Rehabilitation.
Glen M. Ginsburg, MD, and George S. Bassett, MD
Rückenschmerzen bei Kindern und Heranwachsenden: Bewertung und Differentialdiagnose
Rückenschmerzen bei Kindern und Heranwachsenden haben üblicherweise eine erkennbare organische Ursache. Die am häufigsten gesehenen Erkrankungen sind Spondylolyse, Spondylolisthesis, Morbus Scheuermann, Bandscheibenvorfall, Infektionen und Tumoren. Frühzeitige Diagnosestellung und Behandlung können den Patienten die beste Chance für die Erleichterung der Symptome und Beseitigung der Grundkrankheit bieten. Ziel dieser Übersicht ist es (1) den Kliniker mit den verschiedenen Diagnosen bekannt zu machen, die Rückenschmerzen bei Patienten mit unreifem Skelett zugrunde liegen, und (2) den Kliniker bei der richtigen Diagnosefindung zu unterstützen durch eine rationale Methode bei der Auswahl diagnostischer Tests, die Spezifität maximieren und Kosten minimieren.
Arnold T. Berman, MD, Frank U. Hermantin, MD, and Stephen M. Horowitz, MD
Metastasen in der Hüfte: Bewertung und Behandlung
Metastatisch bedingte Schäden der Hüfte stellen eine Herausforderung für den Orthopädischen Chirurgen dar. Die Verbesserung der Therapie vieler Krebsarten hat nicht nur zu einer Erhöhung der Lebenserwartung geführt, sondern auch der Wahrschein-lichkeit symptomatischer Knochenmetastasen. Fortschritte in der Osteosynthese haben den Orthopädischen Chirurgen in die Lage versetzt, vielen Patienten mit metastasierenden Erkrankungen höheren Komfort und bessere Mobilität zu bieten.
Carol C. Teitz, MD, Serena S. Hu, MD, and Elizabeth A. Arendt, MD
Die Sportlerin: Bewertung und Behandlung sportbedingter Probleme
Obwohl viele Probleme, denen sich Sportlerinnen gegenüber-sehen, auch männliche Sportler betreffen, treten doch einige ausschließlich bei Frauen auf. Hierzu zählen die Spondylolisthesis, Ermüdungs-brüche in Becken und Hüfte, sowie Funktionsstörungen des Beckenbodens. Sportlerinnen neigen vermehrt zu patellofemoralen Problemen, Verletzungen des vorderen Kreuzbandes ohne Kontaktunfall und zu Clavi. Für viele dieser Zustände sind die relativen Einflüsse der Knochen-Anatomie, ligamentärer Laxität und der Wirkung von Geschlechts-hormonen noch nicht hinreichend bekannt. Ebenso gibt es spezifische Probleme bezüglich des Menstruationszyklus und der Schwangerschaft.
Gerald R. Williams, Jr, MD
Schmerzhafte Schulter nach Operationen von Erkrankungen der Rotatorenmanschette: Beurteilung und Behandlung
Persistierende Schmerzen nach Operation bei Erkrankungen der Rotatorenmanschette können durch Bedingungen innerhalb oder außerhalb der Schulter verursacht werden. Zu den extrinsischen Ursachen persistierender Schulterschmerzen zählen zervikale Radikulopathie, supraskapuläre Neuropathie, Abnormitäten der Skapularotation (bedingt durch Neuropathie des N. thoracicus longus oder des Rückenmarkes) und nahegelegene oder metastatische Neoplasien. Intrinsische Ursachen persistierender Schulterschmerzen sind intraartikuläre (Omarthrose, adhäsive Kapsulitis, rezidivierende vordere Schulterluxation und Abnormitäten des Labrums und der Bicepssehne) und extraartikuläre Zustände (persistierendes subakromiales Impingement, persistierende oder rezidivierende Defekte der Rotatorenmanschette, Erkrankungen des Schultereckgelenkes und Insuffizienz des Deltamuskels). Eine erfolgreiche Behandlung erfordert eine akkurate Diagnostik, bestmögliche Rehabilitation, sorgfältigen Einsatz operativer Eingriffe und einen gut motivierten Patienten. Die Ergebnisse von Revisionsoperationen bei Patienten mit persistierendem subakromialen Impingement, mit oder ohne intakte Manschette, sind den berichteten Ergebnissen nach primärer Akromioplastik oder Naht der Rotatoren-manschette unterlegen.
Lowell H. Gill, MD
Fasciitis plantaris: Diagnostik und konservative Behandlung
Die Fasciitis plantaris ist eine häufige Ursache für Fersenschmerzen, die aufgrund ihrer Therapieresistenz Patienten und Arzt frustrieren. Sie ist mit Adipositas, mittlerem Alter und biomechanischen Abnormitäten des Fußes, sowie einer starren Achillessehne, Hohl- oder Plattfuß in Zusammenhang gebracht worden. Am meisten wird sie als das Ergebnis degenerativer Prozesse der Insertionsstelle der Plantarfaszie am Calcaneus aufgefaßt. Auf alle Fälle kommen andere Ursachen für Schmerzen unter dem Calcaneus vor. Besonders neurogene Ätiologien werden oft angenommen, und zuweilen kann eine Kombination mehrerer Ursachen vorliegen oder die eigentliche Ursache kann verborgen bleiben. Die Fasciitis plantaris, obwohl normalerweise konservativ zu behandeln, ist in der Tat oft resistent gegenüber einer großen Bandbreite verschiedener Therapieformen. Behandlungen wie nichtsteroidale Antirheumatika, Ruhigstellung, Polsterung, Einlagen, Schienen, Orthesen, Injektionen, Gips und Physiotherapie wie Dehnungsübungen, Eis und Wärme werden üblicherweise eingesetzt. Wenn es auch keine Übereinstimmung bezüglich der Wirksamkeit einer bestimmten konservativen Therapie gibt, so besteht doch Konsens darüber, daß die nicht operative Behandlung letzten Endes bei nahezu 90% der Patienten effektiv ist. Da die natürliche Entstehung der Plantarfasciitis unbekannt ist, ist auch unklar, wieviel von der Linderung der Symptome tatsächlich auf die große Vielzahl der allgemein eingesetzten Therapien zurückzuführen ist.
Translated by Dr med Jörn Deneke.