March/April 1999 Article Abstracts in German

(Vol. 7, No. 2)
ISSN: 1067-151X
© 1999 American Academy of Orthopaedic Surgeons

Anesthesia and Analgesia for Ambulatory Management of Fractures in Children

Eric C. McCarty, MD, Gregory A. Mencio, MD, and Neil E. Green, MD

Anästhesie und Analgesie bei ambulanter Behandlung kindlicher Frakturen
Ziel der Anästhesie bei der ambulanten Behandlung kindlicher Frakturen ist es, für Analgesie und Angstminderung zu sorgen, um die erfolgreiche geschlossene Behandlung der Skelettverletzung zu erleichtern. Zahlreiche Techniken der Allgemeinanästhesie stehen zur Verfügung. Im allgemeinen beinhalten diese Methoden Blockaden (lokal, regional und intravenös), Sedierung (oberflächlich und tief) und dissoziative Anästhesie (Ketamin). Wichtige Faktoren bei der Wahl einer bestimmten Technik sind einfache Anwendung, Wirksamkeit, Sicherheit, Kosten und Akzeptanz durch Patient und Eltern. Lokale und regionale Techniken, wie Hämatom-, axilläre und intravenöse Regionalblockaden sind im besonderen effektiv bei Frakturen der oberen Extremität. Sedierung mit Inhalativa, wie Stickoxiden oder parenteral applizierten Narko-Benzodiazepin-Kombinationen sind nicht regionsspezifisch und eignen sich für Patienten vieler Altersgruppen. Ketamin-Sedierung ist eine ausgezeichnete Wahl bei Kindern unter 10 Jahren. Bei jeder Technik sind gute Überwachung und Befolgung der Sicherheitsrichtlinien von entscheidender Bedeutung.

Operative Correction of Swan-Neck and Boutonniere Deformities in the Rheumatoid Hand
Martin I. Boyer, MD, MSc, FRCSC, and Richard H. Gelberman, MD
Die operative Korrektur der Schwanenhals- und Knopflochdeformität bei der rheumatischen Hand
Eine Schwanenhals- oder Knopflochdeformität tritt bei nahezu der Hälfte der Patienten mit rheumatoider Arthritis auf. Die Ursache der Knopflochdeformität ist eine chronische Synovitis des proximalen Interphalangealgelenkes. Die Schwanenhalsdeformität kann durch eine Synovitis der Metacarpophalangeal-, proximalen Interphalangeal- oder distalen Interphalangealgelenke verursacht sein. Zahlreiche Verfahrensweisen stehen zur Verfügung für die operative Korrektur dieser Fingerdeformitäten. Die Wahl des Operationsverfahrens ist abhängig von der akkuraten Stadieneinteilung der Deformität, was auf der Beugefähigkeit des proximalen Interphalangealgelenkes und dem Knorpelstatus beruht. Der medizinische Gesamtzustand und Corticosteroidgebrauch des Patienten, der Zustand der Halswirbelsäule, die Notwendigkeit einer operativen Behandlung großer Gelenke und das Vorliegen von Deformitäten des Handgelenkes und der Metacarpophalangealgelenke müssen bei der Therapieplanung auch berücksichtigt werden. In späteren Stadien beider Deformitäten werden Weichteileingriffe allein nicht zu einer anhaltenden operativen Korrektur führen.

Nerve Injuries in Total Hip Arthroplasty
Marc M. DeHart, MD, and Lee H. Riley, Jr, MD
Nervenverletzungen bei Totalendoprothese der Hüfte
Nerven übermitteln elektrische Impulse schnell über große Strecken innerhalb des Körpers. Nervenverletzungen treten in 1 % bis 2 % der Patienten auf, die eine Totalendoprothese der Hüfte erhalten und sind häufiger bei Revisionen und in Fällen mit Rekonstruktion des Acetabulums wegen Dysplasie. Die Verletzung des Peronaeusastes des Ischiasnerven ist die häufigste, aber die Nn. glutaeus superior, obturator und femoralis können ebenfalls betroffen sein. Nervenverletzungen können klassifiziert werden als Neuropraxie, Axonotmesis oder Neurotmesis. Die schlechteste Prognose wird bei Patienten mit vollständigem motorischen und sensorischen Ausfall gesehen und bei Patienten mit Kausalgieschmerzen. Prävention ist von herausragender Bedeutung, aber der Gebrauch von Sprunggelenk-Fuß-Orthesen und sofortige Behandlung der Schmerzsymptome können nützlich sein in der Behandlung von Patienten mit Nervenverletzungen. Elektrodiagnostische Untersuchungen sind vielversprechend bei komplexen Fällen; dennoch erfordert ihr intraoperativer Einsatz eine objektive, prospektive, kontrollierte wissenschaftliche Studie bevor ihr routinemäßiger Gebrauch empfohlen werden kann.

Posterior Tibial Tendon Insufficiency: Diagnosis and Treatment
Timothy C. Beals, MD, Gregory C. Pomeroy, MD, and Arthur Manoli II, MD
Die Insuffizienz der Tibialis posterior-Sehne: Diagnostik und Behandlung
Die Insuffizienz der Tibialis posterior-Sehne ist die häufigste Ursache der erworbenen Plattfußdeformität des Erwachsenen. Auch wenn die genaue Ätiologie dieser Störung weiterhin unbekannt ist, ist dieser Zustand auf der Grundlage klinischer und radiologischer Befunde in vier Stadien eingeteilt worden. Im Stadium I besteht keine klinisch faßbare Deformität; die Patienten zeigen üblicherweise Schmerzen entlang dem Verlauf der Sehne und Zeichen örtlicher entzündlicher Veränderungen. Stadium II ist durch eine dynamische Verformung des Rückfußes gekennzeichnet. Stadium III beinhaltet die fixierte Deformität des Rückfußes und typischerweise auch eine fixierte Supinationsdeformität des Vorfußes, aber keine offensichtlichen Zeichen von Sprunggelenksabnormität. In Stadium IV ist die Sprunggelenksbeteiligung sekundär nach langanhaltenden, fixierten Rückfußdeformitäten. Die initiale Behandlung von Patienten in jedem Stadium sollte nicht operativ sein, mit Immobilisierung, einem nichtsteroidalen antiinflammatorischen Medikament und vielleicht einer Orthese. Kortikosteroidinjektionen sind weiterhin umstritten. Wenn die konservative Behandlung versagt, bestehen die Behandlungsoptionen in Weichteileingriffen allein oder in Kombination mit einer Osteotomie oder Arthrodese. Die Insuffizienz im Stadium I wird im allgemeinen mit Débridement und Tenosynovektomie behandelt. Ein Weichteiltransfer scheint die zugrundeliegende Deformität im Stadium II der Krankheit nicht zu korrigieren; gleichwohl besteht wachsendes Interesse an gelenkschonenden Operationen, die versuchen, die zugrundeliegenden Deformitäten mit Osteotomien oder Arthrodesen zu kompensieren, ergänzt durch dynamische Transfers zum Ersatz der insuffizienten Tibialis posterior-Sehne. Subtalare Doppel- oder Dreifach-Arthrodesen sind das Vorgehen der Wahl im Stadium III der Krankheit, oft zusammen mit einer Verlängerung der Achillessehne. Die tibiocalcaneare oder pantalare Arthrodese wird üblicherweise zur Behandlung des Stadiums IV der Krankheit eingesetzt.

Loss of Extension After Reconstruction of the Anterior Cruciate Ligament
Timothy S. Petsche, MD, and Mark R. Hutchinson, MD
Streckdefizit nach Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes
Die häufigste Komplikation nach Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes (VKB) ist das Streckdefizit, was für die Patienten oft schlimmer ist als ihre präoperative Instabilität. Viele vermeidbare chirurgische und nicht-chirurgische ätiologische Faktoren sind identifiziert worden. Die akkurate Plazierung des tibialen Tunnels, eine adäquate Notchplastik und der Verlauf des femoralen Teils des Transplantates sind alles kritische Faktoren. Verschiedene Studien weisen aus, daß frühe Bewegungstherapie mit Betonung sofortiger postoperativer "Überstreckung" und Vermeidung von Immobilisation in Beugestellung die Rate an Streckdefiziten senkt. Anfängliche Studien über die Wirkung akuter versus chronischer VKB-Rekonstruktionen legten den Schluß nahe, daß die akute Rekonstruktion eine höhere Rate an Steckdefiziten aufweist. Allerdings haben zwei neuere Studien unter Verwendung moderner Techniken diese Schlußfolgerung bestritten. Es ist möglich, daß der Zeitpunkt akuter VKB-Rekonstruktionen eine geringere Bedeutung hat als ursprünglich angenommen. Basierend auf den Ergebnissen verschiedener biomechanischer Studien an Leichenknien kann die VKB-Rekonstruktion durchgeführt werden mit voll gestrecktem Knie während des Transplantatdurchzuges bei sehr guten Ergebnissen und einer sehr geringen Rate an Streckdefiziten ohne beschleunigte Rehabilitation. Der Gebrauch des deskriptiven Begriffs "Streckdefizit" ist den oft mißverständlichen Begriffen "Arthrofibrose" oder "Beugekontraktur" vorzuziehen.

Surgical Treatment of Acetabular Fractures in Elderly Patients With Osteoporotic Bone
Dana C. Mears, MD, PhD
Die chirurgische Behandlung von Acetabulumfrakturen bei älteren Patienten mit osteoporotischen Knochen
Die Inzidenz von Acetabulumfrakturen bei älteren Menschen hat in letzter Zeit eine deutliche zugenommen, bedingt durch die Kombination von längerer Lebenserwartung der Bevölkerung im ganzen mit einer relativen Abnahme der Inzidenz alkoholbedingter Verletzungen bei jüngeren Erwachsenen. Die beeinträchtigte physiologische Reserve und verminderte Heilungskapazität des typischen älteren Patienten haben eine schädliche Wirkung auf das Potential für ein günstiges klinisches Ergebnis. Das Vorliegen osteopenischer Knochen oder einer degenerativen Arthritis und die Wirkungen vorausgegangener Strahlentherapie von Hüfte und Becken beeinträchtigen die bildgebende Diagnostik und den Nutzen einiger Behandlungsalternativen, die zunächst für jüngere Patienten gemacht waren. Die verschiedenen klinischen Erscheinungsformen schließen schweres Polytrauma, leichte Verletzungen und Ermüdungsbrüche ein. Eine Einschätzung des vorherigen Gesundheits- und funktionellen Status' des Patienten ist entscheidend für die Wahl des optimalen Behandlungskonzeptes. Die Therapieoptionen variieren je nach klinischem Erscheinungsbild und beinhalten konservative Methoden, perkutane Fixation in situ, offene Reposition und akute Totalendoprothese des Hüftgelenkes. Die Durchführbarkeit totaler Hüftendoprothetik ruht auf dem Gebrauch neu entwickelter Techniken für minimal invasive Stabilisierung der Acetabulumfraktur mit Kabeln und der Anwendung zerkleinerter oder struktureller autologer Knochentransplantate aus dem Femurkopf. Welche chirurgische Methode auch gewählt wird, das Ziel ist die schnelle Mobilisierung des Patienten mit Gehwagen oder Gehstützen. Zu den Spätkomplikationen, die nach nicht-operativer oder operativer Behandlung auftreten können, zählen posttraumatische Arthrose, Pseudarthrose, Wundinfektion und Entstehung heterotoper Ossifikationen.

Translated by Dr med Jörn Deneke.



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