(Vol.13, No.2)
ISSN: 1067-151X
© 2005 American Academy of Orthopaedic Surgeons
Vancomycin
David R. McNamara, MD, and James M. Steckelberg, MD
Vancomycin
Trotz eines Anwendungszeitraumes, der mehr als vier Jahrzehnte umfaßt, bleibt Vancomycin eines der wichtigsten Antibiotika in der orthopädischen Praxis. Seine Bedeutung ist im vergangenen Jahrzehnt gestiegen aufgrund der wachsenden Resistenz vieler gram-positiver Bakterien gegenüber ß-Laktam-Antibiotika, so wie Penicillinen und Cephalosporinen. Diese gram-positiven Bakterien, speziell Staphylococcus aureus und koagulasenegative Staphylokokken, verursachen eine große Zahl von Infektionen, die man in der orthopädischen Praxis antrifft, besonders solche, die Implantate betreffen.
The Effects of Surgical Fracture Fixation on
the Systemic Inflammatory Response to Major Trauma
Ian Pallister, MBBS, MMed Sci, MD, FRCS (Tr&Orth),
and Katja Empson, MB ChB, MRCS (A&E)
Die Wirkungen der chirurgischen Frakturstabilisierung
auf die systemische inflammatorische Antwort auf größere
Traumen
Die frühzeitige Stabilisierung von Frakturen der langen Röhrenknochen ist vorteilhaft durch Reduzierung der Inzidenz des akuten Atemnotsyndroms und des Multiorganversagens, von denen beide durch Aktivierung der systemischen inflammatorischen Antwort verursacht werden. Diese Aktivierung resultiert in einer Gewebsanreicherung von und -verletzung durch zirkulierende polymorphonukleare Leukozyten. Die Gründe für den klinischen Nutzen der frühzeitigen Frakturstabilisierung bei bedeutenden Verletzungen sind unbekannt. Publizierte Studien zeigen an, daß die Operation von Frakturen die posttraumatische inflammatorische Antwort verstärkt. Größere Operationen zur Frakturstabilisierung tragen eine höhere Komplikationsrate, wenn sie bei Patienten durchgeführt werden, deren hypovolämischer Schock nicht vollständig behoben ist. Daher sollte die Frakturbehandlung auf den Patienten zugeschnitten sein und nicht durch den verletzten Knochen diktiert werden. Das Verständnis für die Auswirkungen der Operation von Frakturen auf die systemische inflammatorische Antwort auf größere Traumen ist notwendig, um die Behandlung zu verfeinern und sie optimal auf alle Patienten anzuwenden.
Salvage of Failed Treatment of Hip Fractures
George J. Haidukewych, MD, and Daniel J. Berry,
MD
Salvage procedures bei fehlgeschlagener Behandlung
von Hüftfrakturen
Typischerweise haben Patienten mit fehlgeschlagener innerer Fixierung von Hüftfrakturen deutliche Schmerzen und Behinderungen. Diese Patienten können therapeutische Herausforderungen darstellen. Die Lösung ist zugeschnitten auf die anatomische Lokalisation der Nichtheilung, die Qualität des verbleibenden Knochens und der Gelenkfläche, sowie Patientenfaktoren wie Alter und Aktivitätsniveau. Bei jüngeren Patienten mit entweder einer nicht geheilten Schenkelhalsfraktur oder pertrochantären Fraktur bei noch zufriedenstellendem Hüftgelenk beinhaltet die Behandlung typischerweise die Revision der Osteosynthese mit oder ohne Osteotomie oder Knochentransplantation. Bei älteren Patienten mit schlechter Knochensubstanz oder einem schwer geschädigten Hüftgelenk kann der Wechsel auf ein künstliches Hüftgelenk die Funktion effektiv wiederherstellen und die Schmerzen verringern. Für salvage procedures am Femurkopf sind die Auswahl eines Fixationsimplantates und eine akkurate präoperative Planung die größten Herausforderungen bei der Entscheidungsfindung. Beim Wechsel auf die Endoprothetik sind die größten Herausforderungen die Einschätzung der Notwendigkeit für die Rekonstruktion des Acetabulums, die Auswahl des femoralen Implantates und das Management des Trochanter maior. Zu den technischen Herausforderungen zählen gebrochene Implantate, Deformitäten und femorale Knochendefekte. Aufmerksamkeit für technische Einzelheiten kann potentielle Komplikationen minimieren.
Manifestations of Hereditary Multiple Exostoses
Jonathan R. Stieber, MD, and John P. Dormans, MD
Manifestationen der hereditären multiplen Exostose
Das solitäre Osteochondrom, ein verbreiteter kindlicher Knochentumor, ist eine knorpelbedeckte Exostose. Die hereditäre multiple Exostose ist eine autosomal dominante Störung, manifestiert durch das Vorliegen von multiplen Osteochondromen. Bindungsanalysen haben auf Mutationen in der EXT-Gen-Familie hingewiesen, was in einem Fehler in der Regulation der normalen Chondrozytenproliferation und -reifung resultiert und somit zu abnormem Knochenwachstum führt. Obwohl Exostosen benigne Läsionen sind, sind sie oft mit charakteristischen progressiven Skelettdeformitäten assoziiert und können klinische Symptome auslösen. Zu den häufigsten Deformitäten zählen eine kurze Statur, Längenunterschiede der Extremitäten, Valgusdeformitäten von Knie und Sprunggelenk, Asymmetrie von Schulter- und Beckengürtel, Verkrümmung des Radius mit Ulnardeviation des Handgelenkes und Subluxation des Radiokapitellargelenkes. Für bestimmte Deformitäten kann eine Operation dem Fortschreiten vorbeugen und Korrektur herstellen. Patienten mit hereditärer multipler Exostose haben ein leichtes Risiko der sarkomatösen Transformation des knorpeligen Anteils der Exostose.
Operative Zugangswege zum posteromedialen und
posterolateralen Aspekt des Knies
Michael J. Medvecky, MD, and Frank R. Noyes, MD
Die innere Fixierung von Frakturen bei Patienten
mit Osteoporose
Operative Zugänge zum dorsalen Aspekt des Knies sind üblicherweise nicht nötig, und ihre Anwendung ist mit der steigenden Verfeinerung arthroskopischer Technologien noch seltener geworden. In Folge dessen sind Ärzte in der orthopädisch-chirurgischen Ausbildung nicht oft dem praktischen Gebrauch der chirurgischen Präparation im Bereich der dorsalen Komplexe des Knies ausgesetzt. Für bestimmte Verfahren allerdings machen ein größerer klinischer Nutzen und eine verminderte chirurgische Morbidität die gezielte dorsale Darstellung zur bevorzugten Alternative zur klassischen poplitealen Präparation mit ihrer ausgedehnten Dissektion der Anatomie der Kniekehle. Die chirurgischen Indikationen sind Naht und Rekonstruktion von Bändern im Bereich des posteromedialen und posterolateralen Komplexes des Knies, die Meniskusrefixation in inside-out-Technik, die Rekonstruktion des hinteren Kreuzbandes mit tibialem Inlay und die Exzision von Bakerzysten. Um Komplikationen zu minimieren, erfordern diese gezielten Zugänge Erfahrung mit der komplexen Anatomie des dorsalen, dorsomedialen und dorsolateralen Aspektes.
Use of Osteopromotive Growth Factors, Demineralized
Bone Matrix, and Ceramics to Enhance Spinal Fusion
Safdar N. Khan, MD, Justin F. Fraser, Harvinder
S. Sandhu, MD, Frank P. Cammisa, Jr, MD, Federico P.
Girardi, MD, and Joseph M. Lane, MD
Der Gebrauch osteopromotiver Wachstumsfaktoren,
demineralisierter Knochenmatrix und Keramiken zur Verbesserung
der spinalen Fusion
Kürzlich entwickelte Materialien, die Fusionsraten bei dorsolateralen lumbalen Arthrodesen verbessern können, können allein oder in Kombination mit autologen Knochentransplantaten verwendet werden. Neuere Präparate mit osteopromotivem Wachstumsfaktor befinden sich zur Zeit in der Prüfung; zu ihnen zählen Konzentrat des autologen Wachstumsfaktors, bovines knochenstämmiges osteoinduktives Protein und rekombinantes humanes MP52. Produkte aus demineralisierter Knochenmatrix können Transplantate verbessern oder ausdehnen. Allerdings haben nur wenige Studien, besonders prospektive randomisierte klinische Studien, deren Effektivität bestimmt, so daß es schwer ist, Präparate zu vergleichen. Keramiken sind in Tierversuchen und klinischen Studien am Menschen für verschiedene Anwendungen in der Wirbelsäulenchirurgie beurteilt worden. Diese Materialien funktionieren am besten als Knochentransplantatexpander oder als bioaktive osteoinduktive Materialträger bei dorsolateralen lumbalen Fusionen. Sie haben den Vorteil variabler Porosität, niedriger Kosten und leichter Herstellbarkeit. Hydroxyapatit/trikalziumphosphat-Keramiken haben sich als genauso gut durchführbar erwiesen wie autologe Knochentransplantate, aber mit weniger Komplikationen.
Atraumatic Disorders of the Sternoclavicular
Joint
Thomas O. Higginbotham, MD, and John E. Kuhn, MD
Atraumatische Störungen des Sternoklavikulargelenkes
Das Sternoklavikulargelenk ist die Diarthrose zwischen dem Achsenskelett und dem Extremitätenskelett. Es unterliegt den gleichen Krankheitsprozessen, die in Gelenken ablaufen, einschließlich degenerative Arthritis, rheumatoide Arthritis, Infektion und Subluxation. Die meisten dieser Zustände zeigen eine Gelenkschwellung, die mit Schmerzen und/oder Schwäche vergesellschaftet sein kann. Nativröntgenaufnahmen können Veränderungen auf beiden Seiten des Gelenkes zeigen. Aufgrund anatomischer Varianten sind oft eine Computertomographie und Magnetresonanztomographie erforderlich, um die Pathologie zu klären. Mit Ausnahme der akuten Infektion können die meisten Zustände konservativ behandelt werden, wobei die Gelenkresektion Patienten mit persistierenden Symptomen vorbehalten bleibt.
Dr. Jörn Deneke, Augsburg im April 2006
Translated by Dr. med Jörn Deneke.