(Vol.14, No.5)
ISSN: 1067-151X
© 2006 American Academy of Orthopaedic Surgeons
H. Gregory Bach, MD, and Benjamin A. Goldberg, MD
Posterior Capsular Contracture of the Shoulder
Die posteriore Kapselkontraktur ist eine häufige Ursache von Schulterschmerzen, bei denen der Patient eine eingeschränkte Innenrotation und reproduzierbare Schmerzen aufweist. Eine erhöhte anterosuperiore Translation des Humeruskopfes tritt bei Anteversion auf und kann Schmerzen wie beim Impingementsyndrom nachahmen, wobei der Patient mit Impingementsyndrom allerdings einen normalen Bewegungsumfang hat. Die initiale Behandlung der posterioren Kapselkontraktur sollte konservativ sein, unter Betonung der Aufdehnung des Bewegungsumfanges mit dem Ziel, eine normale Bewegung wiederzuerlangen. Bei Patienten, bei denen die konservative Behandlung fehlschlägt, kann ein arthroskopisches dorsales Kapselrelease zu einer verbesserten Bewegung und Schmerzlinderung führen. Beim Wurfsportler können wiederholte Kräfte auf die posteroinferiore Kapsel eine posteroinferiore Kapselhypertrophie und eingeschränkte Innenrotation verursachen. Dies kann das initiale pathologische Ereignis beim so genannten Totarmsyndrom sein, was zu einer anteroposterioren Läsion des oberen Labrums und möglicherweise einem Riß der Rotatorenmanschette führt. Die Behandlung beinhaltet, die Innenrotation zurückzugewinnen, so daß der Verlust der Innenrotation nicht größer ist als der Zuwachs der Außenrotation. Beim Sportler, bei dem die konservative Behandlung fehlschlägt, kann eine selektive posteroinferiore Kapsulotomie die Beweglichkeit verbessern, Schmerzen reduzieren und weiteren Schulterschäden vorbeugen.
Complex Elbow Instability
Die Komplexinstabilität des Ellenbogens besteht in der Luxation des Humeroulnargelenkes mit begleitender Fraktur eines oder mehrerer knöcherner Stabilisatoren des Ellenbogens, einschließlich des Radiusköpfchens, der proximalen Ulna, des Processus coronoideus oder des distalen Humerus. Die rezidivierende Instabilität ist nicht oft mit einer einfachen Luxation assoziiert, sondern eine unzureichend behandelte komplexe Luxation kann der Vorläufer zu chronisch rezidivierender Ellenbogeninstabilität sein. Die Komplexinstabilität ist deutlich schwieriger zu behandeln als die einfache Instabilität. Begleitende Frakturen des Radiusköpfchens, des Processus coronoideus und des Olecranon müssen einzeln beurteilt werden und erfordern oft eine Operation. Langzeitergebnisse nach operativer Behandlung von Komplexverletzungen des Ellenbogens sind nicht bekannt. Wenige publizierte Serien untersuchen Kombinationen aus verschiedenen Verletzungsmustern, die mit verschiedenen Methoden behandelt wurden. Allerdings haben kürzlich verschiedene gut gestaltete, prospektive Ergebnis-Studien die Behandlung einiger unterschiedlicher individueller Luxationsfrakturmuster mit vereinheitlichtem Behandlungsalgorithmus bewertet. Fixation oder Reposition verletzter knöcherner Elemente, Bandnaht und gelenkübergreifender Fixateur externe können eingesetzt werden, um Komplexinstabilitäten des Ellenbogens erfolgreich zu behandeln.
Displaced Femoral Neck Fractures in the Elderly: Hemiarthroplasty Versus Total Hip Arthroplasty
Die Inzidenz der Schenkelhalsfraktur bei Älteren in den Vereinigten Staaten wird erwartungsgemäß dramatisch steigen durch die absehbare Bevölkerungsexplosion bei den 65jährigen und Älteren, die gestiegene Lebenserwartung und die steigende Inzidenz der Osteoporose. Die resultierende Bedeutung für die öffentliche Gesundheit können erheblich sein, mit jährlichen Krankenhausaufnahmen aufgrund von Hüftfrakturen hochgerechnet bis zu 700.000 im Jahre 2050 und jährlichen Ausgaben für die Versorgung von Hüftfrakturen, die erwartungsgemäß innerhalb weniger Jahre 15 Milliarden $ übersteigen werden. Die Entscheidung, eine Osteosynthese, eine unipolare Hemiprothese, eine bipolare Hemiporothese oder eine TEP durchzuführen, muß auf dem mentalen Status des Patienten, seiner Lebenssituation und dem Grad seiner Unabhängigkeit und Aktivität basieren, sowie der Knochen- und Gelenkqualität.
Congenital and Developmental Deformities of the Spine in Children With Myelomeningocele
Die Behandlung spinaler Deformitäten bei Kindern mit Myelomeningozele stellt eine anspruchsvolle Aufgabe dar. Multiple medizinische Komorbiditäten, so wie gefühllose Haut und chronische Harnwegsinfektionen machen die Versorgung der Wirbelsäule schwierig. Ein gründliches Verständnis der natürlichen Geschichte dieser Deformitäten ist zwingend, um eine geeignete Behandlung zu erbringen. Eine Zusammenarbeit im Team, das sich aus Ärzten vieler Spezialgebiete zusammensetzt, bietet die beste Versorgung dieser Patienten. Die zwei herausforderndsten Probleme sind die paralytische Skoliose und die rigide Lumbalkyphose. Die genauen Indikationen zur chirurgischen Intervention sind multifaktoriell, und der vermutete Nutzen muß gegen die potentiellen Risiken abgewogen werden. Neuere spinale Konstrukte erlauben jetzt eine Fixation der Wirbelsäule auf Höhen, die vorher schwierig zu instrumentieren waren. Die Komplikationen scheinen zu sinken mit einem besseren Verständnis für die Pathophysiologie, die mit der Myelomeningozele assoziiert ist.
Renal Osteodystrophy
Die Inzidenz chronischer Nierenerkrankungen steigt ständig, und das Muster der renalen Osteodystrophie scheint sich vom Erscheinungsbild des klassischen Hyperparathyreoidismus zu dem eines langsamen Knochenumbaues zu verlagern. Patienten mit persistierender Krankheit leben auch länger als früher und sind körperlich aktiver. Daher können die Patienten ein Trauma als direktes Resultat erhöhter körperlicher Aktivität in einem Zustand eines geschwächten pathologischen Knochens erleiden. Die Lebensqualität des Patienten ist primär limitiert durch myoskelettale Probleme, so wie Knochenschmerzen, Muskelschwäche, Wachstumsverzögerung und Skelettdeformität. Chronische Nierenkrankheiten erhöhen auch das Risiko für Komorbiditäten, so wie Infektionen, Blutungen und anästhesiebedingte Probleme. Gegenwärtige Behandlungsstrategien beinhalten diätetische Veränderungen, Platten- und Schraubenfixation und offene Reposition und innere Fixation.
Dr. Jörn Deneke, Augsburg im Mai 2006