May/June 1997 Article Abstracts in German

(Vol. 5, No. 3)
ISSN: 1067-151X
© 1997 American Academy of Orthopaedic Surgeons

Complex Articular Fractures of the Distal Radius: Classification and Management

Jesse B. Jupiter, MD

Komplexe Gelenkfrakturen des distalen Radius: Klassifikation und Behandlung

Gelenkfrakturen des distalen Radius erfordern eine anatomische Reposition, da bereits minimale Gelenkstufen zur Entwicklung einer Arthrose führen. Solche Frakturen werden sowohl nach dem Unfallmechanismus, als auch nach dem Verletzungsmuster klassifiziert. Die "Comprehensive Classification of Fractures" definiert solche, die als Folge von Scherkräften auftreten und teilweise die Gelenkfläche mitbetreffen, als Gruppe B. Diese werden wiederum unterteilt in Typ B1-Frakturen, bei denen der Processus styloideus radii mit einbezogen ist (Chauffeur-Fraktur); Typ B2, wenn die dorsale Kante des Radius beteiligt ist (Barton-Fraktur). Frakturen der Gruppe B sind instabil und erfordern oft einen operativen Eingriff. Gelenkfrakturen, die als Folge einer Stauchung am distalen Ende des Radius auftreten, werden als Gruppe C klassifiziert. Typ C1 ist eine Zweifragment-Fraktur ohne metaphysäre Trümmerzone; und Typ C3 ist eine Fraktur mit mehr als zwei Fragmenten, mit oder ohne Trümmerzone. Das operative Vorgehen bei Kompressionsfrakturen beinhaltet die Reposition der vier "üblichen" Fragmente hintereinander. Dies kann schon allein durch geschlossene Reposition erreicht werden, oder mit begrenzter Darstellung der Fragmente und Stabilisierung mit perkutanen Kirschner-Drähten. Neutralisation mit Fixateur externe und autologem Knochentransplantat sind oft erforderlich.

Frozen Shoulder: Diagnosis and Management

Jon J. P. Warner, MD

Die "starre Schulter" (Periarthropathia humero-scapularis): Diagnostik und Behandlung

Der Begriff "starre Schulter" umfaßt eine Reihe von Zuständen, die durch verschiedene Prozesse hervorgerufen werden. Eine wirkungsvolle Behandlung hängt in jedem Einzelfall von der genauen Diagnose der zugrundeliegenden pathologischen Veränderung ab. Die idiopathische adhäsive Kapsulitis ist üblicherweise einer konservativen Behandlung oder geschlossenen Manipulation zugänglich, während die posttraumatische oder postoperative Schultersteifigkeit ein arthroskopisches oder offenes Release erfordern kann. Obwohl technisch schwierig sind beide Techniken effektiv zur Wiedererlangung des Bewegungsumfanges in konservativ ausbehandelten Fällen.

Soft-Tissue Tumors About the Knee

Timothy A. Damron, MD, and Franklin H. Sim, MD

Weichteiltumoren des Knies

Weichteiltumoren des Knies beinhalten eine große Spannweite unterschiedlichster Entitäten, von Synovialzysten bis hin zu hochgradig aggressiven Sarkomen. Die Überlappung in der Symptomatik dieser verschiedenen Raumforderungen führt oft zu Fehldiagnosen und unangemessener Behandlung. Unnötige und manchmal kostspielige Arthroskopien gehen oft der Diagnose eines Weichteilsarkoms am Knie voraus. Eine unzureichend geplante oder schlecht durchgeführte Biopsie hat einen erwiesenermaßen ungünstigen Effekt auf die Prognose des Patienten und kann zur unnötigen Amputation führen. Besondere Aufmerksamkeit bei der Bewertung ist geboten, wenn sich eine Raumforderung der Weichteile nicht an typischer Stelle befindet oder keine anderen Charakteristika einer Meniskus- oder Bakerzyste aufweist, wenn die Größe des Befundes oder Begleitsymptome unproportional zum Unfall oder dem zugrundeliegenden degenerativen Prozeß erscheinen und wenn die Symtome über das zu erwartende Maß hinaus persistieren. Bei Verdacht auf Malignität sollte der Patient noch vor der Biopsie einem Weichteil-Onkologen zugewiesen werden.

Pseudarthrosis of the Lumbar Spine

John M. Larsen, MD, and Daniel A. Capen, MD

Pseudarthrosen der Lendenwirbelsäule

Pseudarthrosen können eine teure Komplikation der Lendenwirbelfusion sein, die den Patienten erheblich beeinträchtigt. Diese Übersicht befaßt sich mit Inzidenz, Ursache, Diagnostik und konservativer Behandlung dieses Zustandes, so wie chirurgischen Optionen, die bei sorgfältig ausgesuchten Patienten wirksam sein können. Auf alle Fälle bleiben die sorgfältige Auswahl der Patienten zu Beginn der Behandlung für eine Fusion und die Anwendung einer präzisen Operationstechnik das beste Mittel der Vorbeugung.

Supracondylar Fractures of the Femur

Mary J. Albert, MD

Supra- und diakondyläre Femurfrakturen

Die erfolgreiche Behandlung distaler Femurfrakturen führt zu einer frühen Wiedererlangung der normalen Funktion. Unkomplizierte Frakturheilung ist abhängig von strikter Einhaltung der AO/ASIF-Prinzipien für anatomische Reposition, stabiler Fixierung und Frühmobilisation. Die Auswahl des Osteosynthesematerials ist abhängig von der Art der Fraktur. Zu den heute zur Verfügung stehenden Implantaten zählen Spongiosaschrauben, Winkelplatten, dynamische Kondylenschrauben, kondyläre Abstützplatten, Marknägel und der Fixateur externe.

Injuries to the Distal Lower Extremity Syndesmosis

Thomas K. Wuest, MD

Verletzungen der Syndesmose der unteren Extremität

Die Rutur der distalen Syndesmose der unteren Extremität ist meistens mit Sprunggelenksfrakturen vergesellschaftet. Syndesmosenverletzungen ohne Fraktur sind auch gut bekannt. In jedem Fall bleibt die definitive Behandlungsstrategie dieser Verletzungen kontrovers. Leichenversuche und biomechanische Studien zeigen eindeutig Veränderungen der Beweglichkeit und der Kontaktkräfte im Sprunggelenk, beides mit Ruptur und Naht der Syndesmose. Trotz dieser Gegebenheiten in vitro ist die endgültige klinische Anwendung der Syndesmosennaht weiterhin umstritten. Der Autor diskutiert die Indikationen zur Syndesmosennaht, Implantatwahl, Notwendigkeit der Implantat-Entfernung, Gewichtsbelastung und die Rückwirkungen auf die tibiotalare Gelenkmechanik. Aufmerksamkeit für Details in der Interpretation von Röntgenbildern, Kenntnis der bisherigen Grundlagenforschung und die Auffrischung der einschlägigen Anatomie und Ätiologie dieser Verletzungen sollten dem behandelnden Arzt einen sinnvollen Zugang zu den Syndesmosenrupturen der distalen unteren Extremität erlauben.

Translated by Dr med Jörn Deneke.



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