May/June 1999 Article Abstracts in German

(Vol. 7, No. 3)
ISSN: 1067-151X
© 1999 American Academy of Orthopaedic Surgeons

Limb-Length Inequality: Assessment and Treatment Options

Deborah F. Stanitski, MD

Beinlängendifferenz: Einschätzung und Behandlungsoptionen
Die Einschätzung und Behandlung der Beinlängendifferenz, besonders beim wachsenden Kind, ist eine große Herausforderung. Die Bewertung dieser Diskrepanz setzt das Verständnis voraus für die Bedeutung dieser Ungleichheit, so wie für die natürliche Geschichte dieser Störung, bevor ein Behandlungsplan erstellt wird. Beim jungen Patienten sind genaue longitudinale Daten unbedingt erforderlich, um Fehler bei der Projektion der letztendlichen Längendifferenz zu vermeiden. Die Therapieoptionen reichen von der Nicht-Behandlung oder dem Gebrauch von einfachen Schuheinlagen bis zum chirurgischen Verkürzungs- oder Verlängerungsverfahren. Die gegenwärtige Indikation zur Verlängerung ist eine Ungleichheit von mehr als 5 bis 6 cm. Die Epiphysiodese oder Femurverkürzung ist nützlich bei kleineren Unterschieden oder bei verbliebenen Differenzen nach kontralateraler Verlängerung. Die Verlängerung wird mit einem zirkulären oder seitlichen Fixateur externe durchgeführt, der mit einem Marknagel kombiniert werden kann.

Approach to the Polytraumatized Patient With Musculoskeletal Injuries

Clifford H.Turen, MD, Michael A.Dube, MD, and Michael Le Croy, MD

Die Versorgung des polytraumatisierten Patienten mit Verletzungen des Bewegungsapparates
Das Management des mehrfachverletzten Patienten ist eine Herausforderung selbst für erfahrene Kliniker. Da viele allgemeine Krankenhäuser kein ausgewiesenes Traumateam haben, ist es oft der Orthopädische Chirurg, der die Behandlung bestimmt. Deshalb muß der Orthopädische Chirurg das Verständnis haben für anerkannte Richtlinien der Bewertung, Stabilisierung und Versorgung des schwer verletzten Patienten. Die initiale Bewertung richtet sich auf Einschätzung und Behandlung der Atemwege, der Atmung, des Kreislaufs, neurologischer Schäden und Beachtung von Umgebungs- und Expositionseinflüssen. Stabilisierung bedeutet nicht allein die Zufuhr von Flüssigkeit, Blut und Blutprodukten, sondern auch die notfallmäßige Versorgung von Beckenverletzungen und die Stabilisierung von Frakturen langer Röhrenknochen. Der frühzeitige Einsatz des ventralen äußeren Beckenfixateurs kann in vielen Fällen lebensrettend sein. Der zweite Überblick, oft vernachlässigt, muß eine genaue körperliche Untersuchung beinhalten. Obwohl über die Methode der Frakturstabilisierung weiterhin Kontroversen bestehen, stimmen die meisten Kliniker darin überein, daß die frühzeitige Fixierung viele Vorteile bietet, einschließlich Frühmobilisation, verbesserte Bronchialtoilette, verminderte kardiovaskuläre Risiken und verbessertes psychisches Wohlbefinden. Ohne das Verständnis für die Komplexität des mehrfachverletzten Patienten können Verzögerungen von Diagnostik und Behandlung der Verletzungen eines Patienten das Endergebnis ungünstig beeinflussen.

Acute Management of Spinal Cord Injury

Rick B.Delamater, MD, and James Coyle, MD

Die Akutbehandlung von Rückenmarksverletzungen
Demographische Trends und Verbesserungen der Frühbehandlung spinaler Traumen verändern das Langzeitprofil von Patienten mit Rückenmarksverletzungen. Mehr Patienten überleben die initiale Verletzung, und proportional weniger Patienten erleiden komplette Verletzungen. Während präventive Anstrengungen zur Reduzierung der allgemeinen Inzidenz von Rückenmarksverletzungen wichtig sind, können Schritte unternommen werden, den Sekundärschaden zu minimieren, wenn einmal ein Initialtrauma stattgefunden hat. Neuere Bemühungen haben sich auf das Verständnis der biochemischen Grundlagen des Sekundärschadens konzentriert, sowie auf die Entwicklung von Pharmaka, die in den Verlauf der neurologischen Verschlechterung eingreifen. Die Forscher der "Dritten Nationalen Studie der akuten Rückenmarksverletzungen" folgerten, daß Methylprednisolon die neurologische Erholung nach akuten Rückenmarksverletzungen verbessert und empfahlen, daß Patienten, die Methylprednisolon innerhalb von 3 Stunden erhalten, für 24 Stunden in diesem Behandlungsregime verbleiben sollten. Patienten, bei denen die Methylprednisolontherapie 3 bis 8 Stunden nach dem Unfall begonnen wurde, sollten auch eine Kortikosteroidtherapie für 48 Stunden erhalten. Zusätzlich zur Annahme der Richtlinien dieser Studie sind schnelle Reposition und Stabilisierung von Verletzungen, die zu einer Kompression des Rückenmarkes führen, kritische Schritte zur Optimierung der neurologischen und funktionellen Langzeitresultate dieser Patienten.

Painful Conditions of the Acromioclavicular Joint

Benjamin Shaffer, MD

Schmerzzustände des Acromioclaviculargelenkes
Das Acromioclaviculargelenk (ACG) kann durch eine Anzahl von Prozessen beeinträchtigt werden, einschließlich Osteoarthritis, posttraumatische Arthrose und Osteolyse des lateralen Schlüsselbeins. Die korrekte Diagnose eines Problems kann oftmals anhand der Befunde von Vorgeschichte, klinischer und radiologischer Untersuchung gestellt werden. Die asymptomatische ACG-Degeneration ist häufig und korreliert nicht immer mit Symptomen. Selektive Lidocain-Injektionen erhöhen die diagnostische Genauigkeit und können mit dem chirurgischen Endresultat korrelieren. Die nichtoperative Behandlung ist hilfreich für die meisten Patienten, obwohl diejenigen mit Osteolyse ggf. ihre Aktivitäten umstellen müssen. Bei gebührend ausgesuchten Patienten ist die offene oder arthroskopische laterale Clavicularesektion notwendig, um die Symptome zu lindern. Neuere biomechanische und klinische Daten betonen die Bedeutung der Kapselerhaltung und der Minimierung der Knochenresektion, obwohl die genaue Menge der lateralen Clavicularesektion unklar bleibt. Patienten mit ACG-Instabilität haben ungünstige Ergebnisse nach lateraler Clavicularesektion.

Revision Anterior Cruciate Ligament Reconstruction Surgery

Mark H. Getelman, MD and Marc J. Friedman, MD

Revisions-Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes
Die Revisions-Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes (VKB) ist indiziert bei ausgewählten Patienten mit rezidivierender pathologischer Laxizität nach erfolglosem Primäreingriff. Die Ursache des Therapieversagens muß sorgfältig identifiziert werden, um Fehler zu vermeiden, die auch zu einem Versagen der Revision führen könnten. Begleitende Instabilitätsmomente müssen erkannt und korrigiert werden, um ein erfolgreiches Ergebnis zu erzielen. Die Wahl des Ersatzmaterials, das Problem des Verbleibs von Fremdmaterial und die Plazierung der Tunnel sind die größten Herausforderungen der Revisions-Rekonstruktion des VKB. Die Patienten müssen vernünftige Erwartungen haben und verstehen, daß das primäre Ziel der Operation eher die Rückkehr zu den Aktivitäten des täglichen Lebens ist als die Rückkehr zum Wettkampfsport. Die Ergebnisse der Revisions-Rekonstruktionen des VKB sind nicht so gut wie diejenigen nach primärer Rekonstruktion. Dennoch scheint das Verfahren für die meisten Patienten vorteilhaft zu sein.

Distal Biceps Tendon Injuries: Diagnosis and Management

Matthew L. Ramsey, MD

Verletzungen der distalen Bicepssehne: Diagnostik und Behandlung
Die Ruptur der distalen Bicepssehne tritt überwiegend an der dominanten Extremität von Männern im Alter zwischen 40 und 60 Jahren auf, wenn eine unerwartete Streckkraft auf den gebeugten Arm einwirkt. Obwohl anfänglich für eine ungewöhnliche Verletzung gehalten, wird über Rupturen der distalen Bicepssehne zunehmend häufiger berichtet. Die Ruptur tritt typischerweise an der Insertion an der Tuberositas radii auf, an einer Stelle vorbestehender Degeneration der Sehne. Die Diagnose wird anhand der Vorgeschichte mit schmerzhaften, ziehenden Empfindungen am beugeseitigen Unterarm gestellt. Die körperliche Untersuchung zeigt eine tastbare und sichtbare Deformität des distalen Bicepsmuskelbauches mit Schwäche bei Flexion und Supination. Wenn die Sehne in der Unterarmgrube noch zu palpieren ist, so kann dies auf eine Teilruptur der Bicepssehne hinweisen. Die Röntgenübersicht kann eine hypertrophe Knochenbildung an der Tuberositas radii zeigen. Die Kernspintomographie ist im allgemeinen nicht erforderlich, um eine komplette Ruptur zu diagnostizieren, kann aber im Falle einer Teilruptur nützlich sein. Die frühzeitige chirurgische Refixierung an die Tuberositas radii wird empfohlen, um optimale Ergebnisse zu erlangen. Die modifizierte Doppelinzisionstechnik ist die meistverbreitete Operationsmethode, aber ventrale Einzelinzisionstechniken können genauso effektiv sein, solange der Nervus radialis geschont wird. Der Patient mit einer älteren Ruptur kann von einer chirurgischen Refixation profitieren, aber proximale Retraktion und Vernarbung des Muskelbauches können die Sehnenmobilisation erschweren, und die inadäquate Länge der distalen Bicepssehne kann eine Sehnenaugmentation erfordern. Die postoperative Rehabilitation muß die geschützte Rückkehr zur Bewegung innerhalb der ersten 8 Wochen nach der Operation anstreben. Formale Kräftigungen können schon nach 8 Wochen beginnen mit einer Rückkehr zu uneingeschränkten Aktivitäten, einschließlich Heben, nach 5 Monaten.

Translated by Jörn Deneke, MD.



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