(Vol.9, No.6)
ISSN: 1067-151X
© 2001 American Academy of Orthopaedic Surgeons
Christopher J. Vertullo, MBBS, FRACS(Ortho), Mark E. Easley, MD, W. Norman Scott, MD und John N. Insall, MD
Mobile Gleitflächen beim primären Kniegelenksersatz
Die Knieendoprothetik mit mobilen Gleitflächen (KMG) hat potentielle Vorteile im Vergleich mit der Knieendoprothetik mit fixen Gleitflächen. Durch die Gewährung einer unbehinderten axialen Rotation kann die KMG eine größere artikuläre Konformität bieten, ohne erhöhte Wahrscheinlichkeit von Lockerungen durch ein gesteigertes axiales Drehmoment. Eine erhöhte Gelenkkongruenz minimiert die Kontaktreibungen des Polyäthylens und verringert dadurch ein Versagen der linearen Last und Ermüdung der Unterfläche. Die axiale Rotation der Plattform ermöglicht ebenso eine Selbstkorrektur bei Malrotation der tibialen Komponente. Trotz dieser Vorteile sind die klinischen Langzeitergebnisse mit den gängigen KMG-Implantaten denen mit gut konstruierten Knieprothesen mit fixen Gleitflächen ähnlich, ohne daß Daten vorliegen würden, die deren Überlegenheit nahelegen. Die Nachteile der KMG sind Dislokation und Bruch bei Belastung, Weichteilimpingement, eine flache Lernkurve bezüglich der Operationstechnik und Fragen der Volumetrie. Theoretisch könnten längerzeitige Nachuntersuchungsergebnisse von KMG im Vergleich mit den Prothesen mit fixen Lastflächen einen signifikanten Unterschied zu Tage fördern, da die Schwelle des Lastversagens bei inkogruentem Polyäthylen gesteigert ist.
John M. Purvis, MD und Ronald G. Burke, MD
Freizeitsportverletzungen bei Kindern: Inzidenz und Prävention
Bei acht üblichen Arten von Freizeitgestaltung kommt es jährlich zu mehr als 2 Millionen ärztlich behandelten Verletzungen des Bewegungsapparates bei Kindern im Alter von 5 bis 14 Jahren. Viele dieser Verletzungen hätten verhindert werden können, wenn gebräuchliche Sicherheitsrichtlinien und Schutzausrüstungen benutzt worden wären. Studien haben den Wert von Sicherheitserziehungsprogrammen zur Unfallverhütung gezeigt. Eltern betrachten den Arzt ihres Kindes als wichtige Quelle der Sicherheitserziehung, und orthopädische Chirurgen haben eine einzigartige Gelegenheit, Beratung zur Unfallverhütung zu bieten. Die Amerikanische Akademie Orthopädischer Chirurgen erkennt die Bedeutung der Unfallverhütung an und hat Unterstützungsprogramme entwickelt, die den Ärzten und der Öffentlichkeit bereits zugänglich sind. Einzelne Orthopäden sollten in die Unfallverhütung einbezogen werden durch Patientenaufklärung, Forschung, kommunale Programme und öffentliche Anstrengungen, die sicheres Spielen für Kinder fördert.
Sanford E. Emery, MD
Die zervikale spondylotische Myelopathie: Diagnostik und Behandlung
Die Beschreibung der zervikalen spondylotischen Myelopathie als eine klinische Entität hat sich mit der Entwicklung hochqualitativer neuroradiologischer Schnittbilddarstellungen verbessert. Der natürliche Verlauf dieser Störung ist üblicherweise von einer langsamen, schrittweisen Verschlechterung mit Symptomverstärkung von Gangabnormitäten, Schwäche, sensorischen Veränderungen und oft Schmerzen gekennzeichnet. Die Diagnose kann normalerweise auf der Grundlage von Aspekten in der Anamnese, Befunden der körperlichen Untersuchung und Nativ-Röntgenaufnahmen gestellt werden, aber eine Bestätigung durch Magnetresonanztomographie oder Computertomographie und Myelographie ist notwendig. Minimale Symptome ohne deutlichen Anhalt für Gangstörungen oder pathologische Reflexe berechtigen zur konservativen Behandlung, aber Patienten mit nachweisbarer Myelopathie und Rückenmarkskompression sind Kandidaten für einen operativen Eingriff. Beide, vorderer und hinterer Zugang sind für die chirurgische Behandlung der zervikalen Myelopathie verwendet worden. Die anteriore Dekompression erfordert oft die Korpektomie in einem oder mehreren Segmenten und eine Knochenspantransplantation nach Entnahme aus dem Ilium oder der Fibula. Multisegmentale Laminektomien wurden anfangs für die posteriore Dekompression verwendet, werden heute aber entweder mit einer Fusion kombiniert oder durch eine Laminoplastik ersetzt. Jede Operationstechnik erfordert eine sorgfältige Patientenselektion und eine adäquate Dekompression des Wirbelkanals, um zu einer neurologischen Verbesserung zu führen. Perioperative Komplikationen können in dieser Gruppe von Hochrisikopatienten mit zervikaler spondylotischer Myelopathie verheerend sein, aber eine sorgfältige Beachtung von Details, eine sorgfältige Technik und Erfahrung können zu ausgezeichneten Ergebnissen führen.
William J. Morgan, MD und Lisa Schulz Slowman, OTR/L, CHT
Akute Verletzungen der Hand und des Handgelenkes bei Athleten: Beurteilung und Management
Akute Verletzungen der Hand und des Handgelenkes bei Athleten stellen eine einzigartige orthopädische Herausforderung dar. Durch besondere Anforderungen an den Athleten (d.h. finanzielle Implikationen, Trainings- und Verwaltungsdruck, Fragen der Selbstachtung) ist oft ein ganz besonderer Behandlungszugang notwendig. Übliche Lokalisationen von Verletzungen sind das ulnare Seitenband des Daumengrundgelenkes, das proximale Interphalangealgelenk, Metacarpalia und Phalangen, das Scaphoid, das Os hamatum und der distale Radius. Die Behandlung dieser Verletzungen variiert in Abhängigkeit vom Alter des Patienten, der Sportart, der Position im Spiel und dem Wettkampfniveau, aber Abweichungen von der Standardpraxis bezüglich der Operation, Rehabilitation und der Rückkehr zum Wettkampf sollten die Versorgung nie beeinträchtigen.
Michael G. Vitale, MD, MPH und David L. Skaggs, MD
Die Entwicklungsdysplasie der Hüfte im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren
Die Entwicklungsdysplasie der Hüfte (EDH) bezeichnet ein weites Spektrum pathologischer Zustände, das von subtiler Acetabulumdysplasie bis zu irreponibler Hüftluxation reicht. Wenn eine EDH in den ersten 6 Lebensmonaten erkannt wird, führt die Behandlung mit einer Pavlik-Bandage oft zu einem sehr guten Ergebnis. Bei Kindern, die älter sind als 6 Monate, ist die Erreichung einer konzentrisch reponierten Hüfte bei minimierten Komplikationen eine umso größere Herausforderung. Bracing, Zug, geschlossene Reposition, offene Reposition und femorale oder pelvine Osteotomien werden häufig als Behandlungsformen für Kinder im Alter zwischen 6 Monaten und 4 Jahren eingesetzt. In der Vergangenheit erfolgten Therapieempfehlungen oft auf der Grundlage des Patientenalters. Allerdings bemüht sich die gegenwärtige Praxis vermehrt darum, die spezifische Störung anzugehen und iatrogene Osteonekrosen zu vermeiden. Die Inzidenz der Hüftkopfnekrosen ist durch die Vermeidung der Immobilisierung der Hüfte in extremer Abduktion und - soweit angebracht - durch die Anwendung von femoralen Verkürzungsosteotomien verringert worden. Beckenosteotomien sind weiterhin vorteilhaft zur Behandlung ausgewählter Patienten im Alter von über 18 Monaten.
W. Ben Kibler, MD und Beven Livingston, MS, PT
Die Nachbehandlung in geschlossener Kette für die obere und untere Extremität
Übungsprogramme in geschlossener Kette werden ausgiebig bei der Nachbehandlung von Knieverletzungen und zunehmend bei der Rehabilitation nach Schulterverletzungen angewendet. Sie werden anderen Übungsprogrammen vorgezogen, da sie normale physiologische und biomechanische Funktionen simulieren, nur geringe Scherkräfte auf verletzte oder in Heilung begriffene Gelenke ausüben und propriozeptive Reize reproduzieren. Wegen dieser Vorteile können sie frühzeitig in der Nachbehandlung angewendet werden und sind integrale Bestandteile "beschleunigter" Rehabilitationsprogramme gewesen. Die Autoren bieten einen Überblick über wichtige Komponenten eines Rehabilitationsprogramms in geschlossener Kette und zeigen Beispiele spezifischer Übungen, wie sie in der Nachbehandlung von Knie- und Schulterverletzungen angewendet werden.
Dr. Jörn Deneke, Tirschenreuth im Januar 2002
Translated by Dr. med Jörn Deneke.