November/December 2004 Article Abstracts in German

(Vol.12, No.6)
ISSN: 1067-151X
© 2004 American Academy of Orthopaedic Surgeons

Hyperbaric Oxygen Therapy in Extremity Trauma
J. Eric Greensmith, MD, PhD

Hyperbare Sauerstofftherapie beim Extremitätentrauma

Hyperbare Sauerstofftherapie kann potentiell die Sauerstoffabgabe an diejenigen peripheren Gewebe steigern, die durch Gefäßschäden, zytogene oder vasogene Ödeme und durch Extremitätentrauma verursachte zelluläre Hypoxie, betroffen sind. Nach geeigneter Reanimation, makrovaskulärer Rekonstruktion und Fraktur-Fixation/Stabilisierung kann eine zusätzliche hyperbare Sauerstofftherapie den Sauerstoffgehalt der Gewebe steigern. Bei Patienten mit Quetschverletzung oder frühzeitigem Kompartmentsyndrom kann die hyperbare Sauerstofftherapie die Penumbra von Zellen mit Gefahr verzögerter Nekrose und sekundärer Ischämie reduzieren. Tierversuche und menschliche Fallberichtserien legen den Nutzen solcher Therapien nahe, und jüngste randomisierte, prospektive Studien zu Traumapatienten haben deren Wirksamkeit bei solchen mit Extremitätentrauma bestätigt. Allerdings sind mehr Daten notwendig, um zusätzliche Indikationen, so wie optimales Timing und Dosierung der hyperbaren Sauerstofftherapie zu bestimmen.

Recommendations for Optimal Care of the Fragility Fracture Patient to Reduce the Risk of Future Fracture
Mary L. Bouxsein, PhD, John Kaufman, MD, Laura Tosi, MD, Steven Cummings, MD, Joseph Lane, MD, and Olof Johnell, MD
Empfehlungen für die optimale Behandlung des Patienten mit Fragilitätsfrakturen zur Reduktion des Risikos zukünftiger Frakturen

Fragilitätsfrakturen, die aus geringfügigen Unfallereignissen resultieren, so wie Sturz aus Standhöhe, betreffen bis zur Hälfte der Frauen und ein Drittel von Männern im Alter über 50 Jahre. Diese Frakturen sind oft mit Osteoporose assoziiert. Eine Vorgeschichte von Fragilitätsfrakturen zählt zu den stärksten Risikofaktoren für zukünftige Frakturen. Daher beinhaltet die optimale Behandlung von Patienten mit Fragilitätsfraktur nicht nur die Therapie der aktuellen Fraktur selbst, sondern auch Evaluation und Behandlung der zugrundeliegenden Ursache oder Ursachen, um zukünftigen Frakturen vorzubeugen. Allerdings, trotz Verfügbarkeit therapeutischer Agentien, welche das Frakturrisiko unter osteoporotischen Patienten reduzieren, die bereits eine Fraktur hatten, werden die meisten Patienten mit Fragilitätsfrakturen nicht evaluiert für Osteoporose oder adäquat behandelt, um das Risiko zukünftiger Frakturen zu reduzieren. Orthopädische Chirurgen sind die ersten und oft die einzigen Ärzte, die von Frakturpatienten gesehen werden. Daher haben sie die einzigartige Gelegenheit, als primäre Advokaten zu dienen, um sicherzustellen daß geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um das Risiko zuküftiger Frakturen zu reduzieren.

Leg Pain in the Running Athlete
Richard F. Pell IV, MD, Harpal S. Khanuja, MD, and G. Robert Cooley, MD
Der Beinschmerz beim Laufsportler

Der Beinschmerz ist eine gängige Beschwerde unter Freizeit- und Berufssportlern, die bei Laufsportarten wettstreiten. Die Beurteilung der Person mit intermittierendem oder konstanten Beinschmerz sollte gut organisiert und umfassend sein. Die Schmerzdauer, ihre Beziehung zu Unfällen, Schmerzintensität und ihr Muster sind wichtige Faktoren. Zusätzlich sind Änderungen des Trainingsprogrammes, des Niveaus, der Intensität oder der Dauer oder Änderungen der Routine kritische Komponenten der Beurteilung. Die körperliche Untersuchung kann helfen, zwischen knöchernen und Weichteilätiologien zu differenzieren. Studien werden diktiert von der Differentialdiagnose, aber beinhalten Röntgenaufnahmen bei fast allen Patienten und eine selektive Anwendung anderer Modalitäten. Hierzu zählen Knochen-Scans und Magnetresonanztonographie bei medialem tibialen Streßsyndrom und Streßfrakturen, so wie intrakompartimentale Druckmessungen beim chronischen Kompartmentsyndrom. Die Behandlung erfordert oft entweder Ruhe oder eine Änderung im Trainigsprogramm. Die Operation bei Zuständen wie chronischem Kompartmentsyndrom erlaubt oft die Rückkehr zu den Aktivitäten wie vor dem Unfall.

Posterolateral Rotatory Instability of the Elbow
Janak A. Mehta, MBBS, and Gregory I. Bain, FRACS
Die posterolaterale Rotationsinstabilität des Ellenbogens

Die posterolaterale Rotationsinstabilität des Ellenbogens ist ein dreidimensionales Luxationsmuster bestehend aus abnormer externer Rotationssubluxation der Ulna gepaart mit Valgusdislokation der humeralen Trochlea. Dieses Muster führt bei der Beugung des Ellenbogens zur Dislokation der Unterarmknochen in Außenrotation und valgus. Eine Verletzung des ulnaren Seitenbandes bedingt eine abnorme Supination der Ulna gegen den Humerus. Das Radiusköpfchen, durch das Ligamentum anulare fixiert in der Incisura radialis der proximalen Ulna, subluxiert nach dorsal des Capitulum. Diese Abnormität ist üblicherweise posttraumatisch und zeigt sich mit Blockierung, Schnappen, Gelenkgeräuschen, Arretierung und rezidivierender Luxation des Ellenbogens. Die klinische Diagnose wird vermutet durch die Anamnese und bestätigt durch die körperliche Untersuchung, welche den posterolateralen Rotationsinstabilitätstest beinhaltet. Dieser Test wird am besten unter Durchleuchtung oder Allgemeinanästhesie durchgeführt. Üblicherweise wird die Instabilität entweder mit Bandnaht oder einer isometrischen Rekonstruktion unter Verwendung eines Sehnentransplantates behandelt.

Articular Fractures
Douglas R. Dirschl, MD, J. Lawrence Marsh, MD, Joseph A. Buckwalter, MD, Richard Gelberman, MD, Steven A. Olson, MD, Thomas D. Brown, PhD, and Adolpho Llinias

Artikuläre Frakturen

Obwohl Verletzungen des Gelenkknorpels radiologisch zu Arthrose, Schmerzen und verringerter Gelenkfunktion führen können, sind die aktuellen Wirkungen solcher Verletzungen und ihrer Behandlung auf die Gelenkfunktion nicht vollständig verstanden. Die Reparaturmechanismen nach Einstauchung sind verschieden von jenen nach reiner Zerreißung durch Fraktur des Gelenkknorpels, aber Grundlagen- und klinische Forschung weisen beide darauf hin, daß die resultierende Gelenkfläche anfällig für Degeneration ist. Die Sensitivität eines Gelenkes für resultierende Inkongruenz variiert erheblich, abhängig vom Durchmesser und dem Modul des Gelenkknorpels, so wie der Gelenkgeometrie. Auch spielen andere Faktoren als die Gelenkkongruenz eine wesentliche Rolle bei der Bestimmung des Behandlungsergebnisses. Aus diesen Gründen ist es nicht praktisch, einen einzelnen Grenzwert für die Gelenkdislokation zu definieren, der in allen Gelenken mit den Endergebnissen korreliert. Einige Gelenkfrakturen verletzen den Knorpel so schwer, daß das Gelenk selbst bei akkurater Gelenkreposition degenerieren wird. Ebenso korrelieren radiologische Zeichen der Arthrose nicht zwingend mit schlechter Funktion. Verläßlichere Meßtechniken sind notwendig, um akkurat zu beurteilen, wie die Behandlung die Arthrose betrifft, und andere Faktoren als Gelenkkongruenz sind nötig, um eine posttraumatische Arthrose vorauszusagen.

Posterior Instrumentation for Thoracolumbar Fractures
Mark R. Mikles, MD, Robert P. Stchur, MD, and Gregory P. Graziano, MD
Die dorsale Instrumentierung bei thorakolumbalen Frakturen

Thorakolumbale Frakturen sind relativ häufige Verletzungen. Zahlreiche Klassifikationssysteme sind entwickelt worden, um diese Frakturen und ihre Prognose zu charakterisieren, sowie deren therapeutische Implikationen. Jüngste Bemühungen um kurze, rigide Fixation haben das chirurgische Management beeinflußt. ie meisten Kompressions- und stabilen Berstungsbrüche sollten nichtoperativ behandelt werden. Neurologisch intakte Patienten mit instabilen Berstungsbrüchen, die eine Kyphose von > 25°, > 50 % Höhenverlust des Wirbels oder > 40 % Spinaleinengung haben, können oft mit kurzen, rigiden dorsalen Fusionen behandelt werden. Patienten mit instabilen Berstungsbrüchen und neurologischen Schäden erfordern eine direkte oder indirekte Dekompression. Die dorsale Stabilisierung kann effektiv sein bei Chance-Frakturen und Flexions-Distraktionsverletzungen mit deutlicher Kyphose und bei Translations- oder Scherverletzungen. Fortschritte beim Verständnis sowohl der Biomechanik, als auch der Fixationstypen haben die Entwicklung verläßlicher Systeme beeinflußt, welche diese Frakturen effektiv stabilisieren können und frühzeitige Mobilisation erlauben.

The Failed Total Knee Arthroplasty: Evaluation and Etiology
Mark H. Gonzalez, MD, and Anis O. Mekhail, MD, MS

Der fehlgeschlagene totale Kniegelenkersatz: Evaluation und Ätiologie

Die Evaluation eines Patientenmit einem fehlgeschlagenen totalen Kniegelenkersatz beginnt mit einer detaillierten Anamnese des Kineprothesen-Index und mit der Allgemeinanamnese des Patienten. Die Art der Beschwerden nach der Prothese kann helfen, die Ätiologie des Prothesenversagens zu bestimmen. Die primären Ursachen des Versagens eines totalen Kniegelenkersatzes sind Schmerzen, postoperative Steifigkeit und Instabilität. Schmerzen im Zusammenhang mit Belastung sind meistens mechanisch bedingt und ist verursacht durch Lockerung, Komponentenversagen oder patellare Dysfunktion. Kontinuierliche Schmerzen können mit Infektion oder einem komplexen regionalen Schmerzsyndrom assoziiert sein. Persistierende postoperative Steifigkeit kann durch inadäquate Rehabilitation oder ungeeignete Balancierung der Flexions- und Extensionsräume verursacht sein. Allerdings kann ein Bewegungsverlust, nachdem zufriedenstellende Beweglichkeit erreicht war, durch Infektion, Synovitis, Tendinitis oder Komponentenlockerung bedingt sein. Instabilität nach totalem Kniegelenkersatz resultiert aus ungeeigneter Balancierung, ungeeigneter Komponentengröße und Komponentenversagen. Dorsale Instabilität tritt im allgemeinen während der Beugung auf. Mediolaterale Instabilität kann entweder aus ungeeigneter Balancierung der Komponenten oder insuffizienten Seitenbändern herrühren. Röntgenaufnahmen können Lockerung und Osteolyse zeigen, so wie Komponentenabrieb, Frakturen und Fehlpositionen. Nuklearmedizinische Untersuchungen können die Diagnostik von Lockerungen und Infektionen leiten. Bei Infektverdacht ist die Punktion obligat, zum Versuch, die Diagnose zu bestätigen und einen Keim zu identifizieren.

Dr. Jörn Deneke, Augsburg im Dezember 2006



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