(Vol.13, No.7)
ISSN: 1067-151X
© 2005 American Academy of Orthopaedic Surgeons
Acute Compartment Syndrome in Lower Extremity
Musculoskeletal Trauma
Steven A. Olson, MD, and Robert R. Glasgow, MD
Das akute Kompartmentsyndrom beim myoskelettalen
Trauma der unteren Extremität
Das akute Kompartmentsyndrom ist ein potentiell verheerender Zustand, bei dem der Druck innerhalb eines osseofaszialen Kompartments zu einer Höhe ansteigt, die den Perfusionsgradienten entlang dem Kapillargewebebett vermindert, was zu zellulärer Anoxie, Ischämie und Tod der Muskulatur führt. Verschiedene Verletzungen und medizinische Bedingungen können ein akutes Kompartmentsyndrom auslösen, einschließlich Frakturen, Kontusionen, Blutungsstörungen, Verbrennungen, postischämische Schwellung und Schußwunden. Die Diagnose wird primär klinisch gestellt, unterstützt von Messungen des Kompartmentdruckes. Bestimmte Anästhesietechniken wie Nervenblockaden und andere Formen von Regional- und Periduralanästhesie tragen Berichten zufolge zu einer Verzögerung der Diagnosestellung bei. Daten der Grundlagenforschung weisen darauf hin, daß der ischämische Schwellenwert des normalen Muskels erreicht ist, wenn der Druck innerhalb des Kompartments auf 20 mmHg unter dem diastolischen Druck erhöht ist oder 30 mmHg unterhalb des mittleren arteriellen Druckes. Bei Diagnosestellung eines drohenden oder manifesten Kompartmentsyndroms müssen umgehend Messungen durchgeführt werden. Eine vollständige Fasziotomie aller betroffenen Kompartimente ist erforderlich, um die Kompartmentdrücke verläßlich zu normalisieren und die Perfusion der betroffenen Gewebe wiederherzustellen. Die Erkennung des Kompartmentsyndroms erfordert es, einen hohen Verdachtsindex zu haben und aufrechtzuerhalten, wiederholte Untersuchungen beim Risikopatienten durchzuführen und Veränderungen über die Zeit sorgfältig zu dokumentieren.
Direct Catastrophic Injury in Sports
Barry P. Boden, MD
Direkte katastrophale Verletzungen beim
Sport
Katastrophale Verletzungen beim Sport sind seltene aber tragische Vorkommnisse. Direkte (katastrophale) Verletzungen resultieren aus der Teilnahme an den Gefahrenpunkten eines Sportes, so wie Kollision beim Football. Football ist verbunden mit der größten Zahl direkter katastrophaler Verletzungen aller größerer Mannschaftssportarten in den Vereinigten Staaten. Stabhochsprung, Leichtathletik, Eishockey und Football haben die höchste Inzidenz an direkten katastrophalen Verletzungen bei Sportarten, bei denen Männer teilnehmen. Bei den meisten Sportarten ist die Rate an katastrophalen Verletzungen höher in der Schul- als in der Hochschul-Liga. Cheerleading ist mit der höchsten Zahl direkter katastrophaler Verletzungen aller Sportarten, an denen Frauen teilnehmen, verbunden. Indirekte (nicht-traumatische) Verletzungen werden durch systemische Fehler als Folge von Übungen während der Teilnahme am Sport verursacht. Kardiovaskuläre Zustände, Hitzschlag, belastungsbedingte Hyponatriämie und Dehydratation können indirekte katastrophale Verletzungen auslösen. Das Verständnis der üblichen Verletzungsechanismen und Präventionsstrategien direkter katastrophaler Verletzungen ist wesentlich für die Betreuung von Sportlern.
Preoperative Planning for Primary Total Hip
Arthroplasty
Alejandro González Della Valle, MD, Douglas
E. Padgett, MD, and Eduardo A. Salvati, MD
Die präoperative Planung des primären
totalen Hüftgelenkersatzes
Die präoperative Planung ist von herausragender Bedeutung zum Erhalt reproduzierbarer Ergebnisse in der modernen Hüftendoprothetik. Die Planung hilft dem Chirurgen, sich die Operation nach sorgfältiger Durchsicht der klinischen und radiologischen Befunde zu veranschaulichen. Für die Anwendung der Zeichnungsschablone sollte eine standardisierte Röntgenaufnahme mit bekannter Vergrößerung benutzt werden. Die Pfannenschablone sollte in Bezug zur Linea ilioischiadica, zum "Teardrop" und dem kraniolateralen Rand des Acetabulums platziert werden, so daß die Entfernung des tragenden subchondralen Knochens minimal und das Rotationszentrum der Hüfte wiederhergestellt ist. Wenn sich Abnormitäten des Acetabulums finden, sind zusätzliche Messungen notwendig, um die Pfannendeckung zu optimieren und das Risiko einer Fehllage zu minimieren. Die Schablonenanwendung der femoralen Seite für zementierte und zementfreie Implantate sollte auf die Optimierung der Gliedmaßenlänge und des femoralen "Offsets" abzielen, wodurch die Biomechanik des Hüftgelenkes verbessert wird. Eine minuziöse präoperative Planung erlaubt es dem Chirurgen, das Verfahren zweckdienlich und präzise durchzuführen, potentiellen intraoperativen Komplikationen vorzugreifen und reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen.
Rheumatoid Arthritis in the Cervical Spine
David H. Kim, MD, and Alan S. Hilibrand, MD
Die rheumatoide Arthritis der Halswirbelsäule
Die Halswirbelsäule wird oft in den Verlauf der rheumatoiden Arthritis einbezogen, was zu drei verschiedenen Instabilitätsmustern führt: atlantoaxiale Subluxation, atlantoaxiale Impaktation und subaxiale Subluxation. Obwohl radiologische Veränderungen üblich sind, ist die Prävalenz neurologischer Schäden relativ niedrig. Das primäre Behandlungsziel ist, permanenten neurologischen Schäden vorzubeugen bei Vermeidung potentiell gefährlicher und unnötiger Operationen. Die Strategie beinhaltet Patienteninformation, Änderungen des Lebensstils, reguläre radiologische Nachuntersuchungen und frühzeitige chirurgische Interventionen, soweit indiziert. Die Magnetresonanztomographie ist indiziert, wenn neurologische Defizite (Myelopathie) auftreten oder wenn Röntgennativaufnahmen eine atlantoaxiale Subluxation zeigen mit einem dorsalen atlantodentalen Intervall ≤ 14 mm, irgend einen Grad von atlantoaxialer Impaktation oder subaxiale Stenose mit einem Kanaldurchmesser ≤ 14 mm. Eine Operation sollte bei jedem der folgenden Punkte erwogen werden: progressives neurologisches Defizit, chronische Nackenschmerzen bei radiologischer Instabilität, die nicht auf nicht-narkotische Schmerzmittel ansprechen, jeder Grad atlantoaxialer Impaktation oder Markstenose, ein dorsales atlantodentales Intervall ≤ 14 mm, atlantoaxiale Impaktation dargestellt durch eine Densmigration ≥ 5 mm rostral der McGregor-Linie, sagittaler Kanaldurchmesser < 14 mm oder ein zervikomedullärer Winkel < 135°.
Secondary Osteoporosis
Kimberly Templeton, MD
Sekundäre Osteoporose
Sekundäre Osteoporose tritt als Folge verschiedener Faktoren des Lebensstils auf (z.B. Eßstörungen, Rauchen, Alkoholismus), von Krankheitsprozessen (z.B. Endokrinopathien, Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes, hepatobiliäre Erkrankungen) und bei Behandlungsregimen, die Kortikosteroide oder chemotherapeutische Agentien enthalten. Einige der einer sekundären Osteoporose zugrundeliegenden Krankheitsentitäten können klinisch stumm sein und mögen nur im Rahmen einer Evaluation bei dokumentierter Osteoporose identifiziert werden. Die Pathogenese der Osteoporose unter diesen Umständen ist typischerweise multifaktoriell. Der Knochenverlust mag direkt oder indirekt sein, ist aber letztlich bedingt durch eine veränderte Funktion von Osteoblasten oder Osteoklasten. Ursachen sekundärer Osteoporose sollten besonders bei Männern jedes Alters und bei prämenopausalen Frauen mit atraumatischen Frakturen erforscht werden. Zusätzlich sollten Patienten mit bekannten Risikofaktoren evaluiert werden. Frühzeitige Erkennung und Intervention sind wesentlich zur Vorbeugung weiteren Verlustes von Knochenmasse und zur Vorbeugung von Fragilitätsfrakturen.
Dr. Jörn Deneke, Augsburg im Februar 2007