(Vol.14, No.11)
ISSN: 1067-151X
© 2006 American Academy of Orthopaedic Surgeons
Anwendungen von porösem Tantal
beim totalen Hüftgelenkersatz
Brett Levine, MD, Craig J. Della Valle, MD, and
Joshua J. Jacobs, MD
Argumente für eine patientenzentrierte
Versorgung in der Orthopädie
Poröses Tantal ist ein alternatives Metall für die Komponenten des totalen Hüftgelenkersatzes, das verschiedene einzigartige Eigenschaften bietet. Seine hohe volumetrische Porosität (70 % bis 80 %), sein niedriges Elastizitätsmodul (3 MPa) und seine hohen Reibungscharakteristika machen es einer biologischen Fixation förderlich. Tantal hat eine exzellente Biokompatibilität und ist sicher in der in vivo-Anwendung. Das niedrige Elastizitätsmodul erlaubt einen physiologischeren Lasttransfer und eine relative Erhaltung des Knochenbestandes. Aufgrund seiner bioaktiven Natur und Einwuchseigenschaften wird Tantal sowohl bei der primären, als auch bei der Revisions-Hüfttotalendoprothetik verwendet, mit guten bis exzellenten klinischen Frühergebnissen. Bei der Revisionsarthroplastik können standardisierte und maßangefertigte Verstärkungen als strukturelle Ersatzstoffe für Knochentransplantate dienen. Die Bildung einer knochenähnlichen Apatitummantelung in vivo ermöglicht starke faserige Einwuchseigenschaften und erlaubt eine beträchtliche Weichteilanlagerung, was auf ein Potential hinweist zum Gebrauch in den Fällen, bei denen eine Reinsertion von Muskeln und Sehnen an die Prothese erforderlich ist. Die Entwicklung modularer Komponenten und Femurschäfte wird ebenfalls evaluiert. Die initialen klinischen Daten und Grundlagenforschungen unterstützen weitere Forschungen am porösen Tantal als eine Alternative zu traditionellen Implantatmaterialien.
Sacral Fractures
Samir Mehta, MD, Joshua D. Auerbach, MD, Christopher
T. Born, MD, and Kingsley R. Chin, MD
Sakrumfrakturen
Sakrumfrakturen treten meistens nach Beckenringverletzungen auf, gelegentlich aber isoliert. Obwohl die tatsächliche Inzidenz der Sakrumfrakturen unbekannt ist, werden vermutlich 30 % spät identifiziert. Folgen inadäquat behandelter oder unbehandelter Sakrumfrakturen sind persistierender Schmerz, verringerte Mobilität und neurologische Schäden. Da diese Frakturen oft aus Rasanztraumen resultieren, sollten Begleitverletzungen vermutet werden. Eine sorgfältige körperliche Untersuchung, einschließlich einer detaillierten neurologischen Beurteilung und radiologischen Untersuchung ist notwendig, um die Behandlung festzulegen. Eine Computertomographie des Beckens/Sakrums kann wertvolle Informationen über das Frakturmuster geben. Eine chirurgische Intervention, oft als Kombination aus Nervendekompression und Stabilisierung, ist indiziert bei Patienten mit neurologischen Defiziten, erheblichem Weichteilschaden und lumbosakraler Instabilität. Die Patientenzufriedenheit mit der chirurgischen Intervention ist nicht endgültig dokumentiert, obwohl neurologische Verbesserung bei zeitgerechter Intervention festgestellt wurde.
Slipped Capital Femoral Epiphysis: Current
Concepts
David D. Aronsson, MD, Randall T. Loder, MD, Gert J.
Breur, DVM, PhD, and Stuart L. Weinstein, MD
Epiphyseolysis capitis femoris: Aktuelle
Konzepte
Die Epiphyseolysis capitis femoris ist eine häufige Störung der Hüfte bei Heranwachsenden mit einer Inzidenz von 0,2 (Japan) bis 10 (Vereinigte Staaten) pro 100.000. Die Ätiologie ist unbekannt, aber biomechanische und biochemische Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Zu den Symptomen bei der Vorstellung zählen Schmerzen in der Leiste, im Oberschenkel oder Knie. Gehfähige Patienten können auch Hinken aufweisen. Nicht gehfähige Patienten haben schwerste Schmerzen. Die Epiphyseolysis capitis femoris wird als stabil eingestuft, wenn der patient gehen kann, und als instabil, wenn der Patient nicht gehen kann, nicht einmal mit Hilfe von Gehstützen. Da die Epiphyse nach dorsal gleitet, ist es am besten auf seitlichen Röntgenaufnahmen sichtbar. Die Behandlung der Wahl für die stabile Epiphyseolysis capitis femoris ist die Fixation in situ mit einer Einzel-Schraube. Diese Methode hat eine hohe Wahrscheinlichkeit für Langzeiterfolg mit minimalem Komplikationsrisiko. Beim Patienten mit instabiler Epiphyseolysis capitis femoris bietet die notfallmäßige Punktion des Hüftgelenkes mit nachfolgender geschlossener Reposition und Einzel- oder Doppel-Schaubenfixation die besten Bedingungen für ein zufriedenstellendes Ergebnis bei Minimierung des Komplikationsrisikos.
Malignant Tumors of the Hand and Wrist
Ann-Marie Plate, MD, German Steiner, MD, and Martin
A. Posner, MD
Maligne Tumore der Hand und des Handgelenkes
Maligne Tumore der Hand und des Handgelenkes setzen sich aus einer weiten Vielfalt von Läsionen zusammen, welche die Haut, Weichteile und Knochen betreffen. Obwohl diese Läsionen an anderen Körperstellen gefunden werden, haben viele von ihnen einzigartige Charakteristika an dieser anatomischen Lokalisation. Hauttumore überwiegen; die häufigsten sind Plattenepithelkarzinome, gefolgt in der Häufigkeit von Basalzellkarzinomen und malignen Melanomen. Andere Weichteilmalignome sind weniger häufig, können aber schwierigere diagnostische Probleme aufwerfen. Sie teten oft als schmerzlose Raumforderungen auf, die sich manchmal seit Monaten oder selbst seit Jahren darstellen und fälschlicherweise als benigne angesehen werden. Eine fehlerhafte oder verspätete Diagnose dieser Tumore kann verheerende Konsequenzen haben. Knochenmalignome betreffen sowohl primäre Läsionen, von denen Chondrosarkome die häufigsten sind, als auch metastatische Läsionen. Ungeachtet des Zelltyps erfordert die Behandlung maligner Tumore der Hand und des Handgelenkes wegen der wichtigen Funktion dieser Strukturen besondere Überlegungen. Orthopädische Chirurgen sollten mit dem Spektrum dieser Tumore, der notwendigen Aufarbeitung zur Erzielung einer präzisen Diagnose und der Behandlung, welche das günstigste Ergebnis herbeiführt, vertraut sein.
Dr. Jörn Deneke, Augsburg im Januar 2007