(Vol.13, No.10)
ISSN: 1067-151X
© 2006 American Academy of Orthopaedic Surgeons
Surgical Manifestations of Paget’s Disease
Gregg R. Klein, MD, and Javad Parvizi, MD, FRCS
Chirurgische Manifestationen des Morbus Paget
Der Morbus Paget ist eine chronische, nicht metabolische Störung, charakterisiert durch gesteigerte Knochenresorption, Knochenbildung und Remodeling. Dieser unbalancierte Prozeß kann zu ossären Deformitäten, struktureller Schwäche und veränderter Biomechanik der Gelenke führen, welche allesamt eine chirurgische Rekonstruktion schwierig machen können. Obwohl wenige Patienten mit M. Paget eine chirurgische Behandlung erfordern, hat ein erfolgreiches chirurgisches Management schwerer orthopädischer Komplikationen die Lebensqualität dieser Patienten verbessert. Zu den chirurgischen Optionen zählen Osteotomie zur Korrektur von Deformitäten langer Röhrenknochen und Gelenkersatz zur Wiederherstellung veränderter Gelenkmechanik. Patienten haben ein erhöhtes Risiko chirurgischer Komplikationen, so wie Blutverlust und heterotoper Knochenbildung. Probleme bezüglich des chirurgischen Managements von Patienten mit M. Paget sind eine angemessene präoperative Diagnostik, technische Herausforderungen der Operation und Strategien zur Verbesserung der Langzeitergebnisse nach chirurgischer Intervention.
Metastatic Disease of the Spine
Andrew P. White, MD, Brian K. Kwon, MD, PhD, FRCSC, Dieter M. Lindskog, MD, Gary E. Friedlaender, MD, and Jonathan N. Grauer, MD
Die Metastasenkrankheit der Wirbelsäule
Die Metastasenkrankheit der Wirbelsäule beträgt 10% bis 30% neuer Krebsdiagnosen jährlich. Das häufigste Erscheinungsbild ist der axiale Schmerz. Eine sorgfältige Untersuchung der Wirbelsäule umfaßt die Einschätzung lokaler Schmerzen, Deformitäten, Bewegungseinschränkungen und Zeichen von Nervenwurzel- oder Rückenmarkskompression. Röntgenübersichtsaufnahmen werden routinemäßig angefertigt; bei vermuteter oder bekannter Malignität sind Radionukliduntersuchungen unerläßlich. Die Magnetresonanztomographie ist spezifischer als Knochenscans. Computertomographie-gesteuerte Biopsien werden als sicher und akkurat zur Beurteilung spinaler Läsionen erachtet. Die Behandlung ist multidisziplinär, und faktisch ist alle Behandlung palliativ. Das Management wird von drei Schlüsselpunkten geleitet: neurologische Verschlechterung, spinale Instabilität und individuelle Patientenfaktoren. Örtlich gezielte Bestrahlung - mit oder ohne Chemotherapie - ist die Hauptstütze in der Behandlung schmerzhafter Läsionen, die neurale Elemente nicht komprimieren. Neue Daten, die den Nutzen chirurgischer Dekompression unter Verwendung verbesserter Techniken, so wie ventrale Zugänge, dokumentieren, haben die Rolle des Wirbelsäulenchirurgen in der Behandlung dieser Patienten erweitert.
Rehabilitation of the Rotator Cuff: An Evaluation-Based Approach
Peter J. Millett, MD, MSc, Reg B. Wilcox III, PT, DPT, MS, James D. O’Holleran, MD, and Jon J. P. Warner, MD
Die Rehabilitation der Rotatorenmanschette:
ein evaluationsbasierter Zugang
Erkrankungen der Rotatorenmanschette der Schulter, ein häufiges Zustandsbild, sind oft behindernd. Egal ob nicht operativ oder operativ, ein erfolgreiches Management von Erkrankungen der Rotatorenmanschette ist abhängig von einer geeigneten Rehabilitation. Zahlreiche Rehabilitationsprotokolle für die Behandlung von Erkrankungen der Rotatorenmanschette basieren primär auf vereinzelten klinischen Beobachtungen. Die verfügbare Literatur zur Schulterrehabilitation, zusammen mit klinischer Beobachtung, welche die zugrundeliegende Gewebequalität und strukturelle Integrität der Rotatorenmanschette berücksichtigt, kann zu einem Satz von Rehabilitationsrichtlinien zusammengesetzt werden. Die vier Phasen der Rehabilitation beginnen mit der Erhaltung und Protektion der Rekonstruktion in der unmittelbaren postoperativen Periode, gefolgt von der Steigerung vom frühen passiven Bewegungsumfang zu präoperativen Funktionsgraden.
Down Syndrome in Children: The Role of the Orthopaedic Surgeon
Michelle S. Caird, MD, Brian P.D. Wills, MD, and John P. Dormans, MD
Down-Syndrom bei Kindern: die Rolle des orthopädischen
Chirurgen
Das Down-Syndrom - Ergebnis der Trisomie des Chromosoms 21 - ist eine der häufigsten chromosomalen Abnormitäten. Die Patienten haben ein charakteristisches Erscheinungsbild des Gesichtes, unterschiedliche Niveaus der Intelligenz und der Selbstversorgungsfähigkeit, sowie eine Reihe begleitender medizinischer Veränderungen. Orthopädische Manifestationen treten häufig auf; die meisten sind bedingt durch Hypotonie, Gelenk-Hypermobilität und Bandlaxizität. Atlantooccipitale und atlantoaxiale Hypermobilität, sowie knöcherne Anomalien der Halswirbelsäule können atlatooccipitale und zervikale Instabilitäten hervorrufen. Screeningmethoden dieser Instabilität, insbesondere bezüglich der Teilnahme am Sport, sind Gegenstand von Kontroversen. Skoliose, Hüftinstabilität, Gleiten der Femurkopfepiphyse, patellare Instabilität und Fußdeformitäten sind weitere myoskelettale Veränderungen, die bei Patienten mit Down-Syndrom gefunden werden, und deren Behandlung für den orthopädischen Chirurgen eine Herausforderung darstellen können.
Impaction Bone Grafting for Revision Hip Arthroplasty: Biology and Clinical Applications
Daniel A. Oakes, MD, and Miguel E. Cabanela, MD
Die Knochen-Impaktionstransplantation bei der
Revisionsarthroplastik der Hüfte: Biologie und
klinische Anwendungen
Impaktionstechniken mit Knochentransplantaten sind nützlich, wenn der orthopädische Chirurg mit großen ausgehöhlten Acetabulumdefekten oder einer großen ektatischen Femurmetaphyse oder -diaphyse konfrontiert ist. Die Knochen-Impaktionstransplantation des Acetabulums betrifft die Füllung kavitärer Defekte mit komprimiertem granulären Transplantat, gefolgt von der Insertion entweder einer zementierten oder einer zementfreien Pfannenkomponente. Die Impaktionstransplantation des Femurs beinhaltet die retrograde Füllung des Femurkanales mit impaktiertem granulären Transplantat, wodurch ein neomedullärer Kanal geschaffen wird, in den ein zementierter femoraler Schaft plaziert werden kann. Der Gebrauch der Allograft-Impaktionstechnik ist ansprechend, besonders bei jungen Patienten wegen ihres Potentials zur Wiederherstellung der Knochenbestandes. Die technisch anspruchsvolle Natur des Verfahrens, das Komplikationsrisiko und das unbekannte Langzeitschicksal des impaktierten Allografts heben die Notwendigkeit hervor, diese Technik zur totalen Revisions-Hüftprothetik laufend zu überdenken.
Dr. Jörn Deneke, Augsburg im November 2006