September 2006 Article Abstracts in German

(Vol.12, No.5)
ISSN: 1067-151X
© 2006 American Academy of Orthopaedic Surgeons

Highly Cross-linked Polyethylene in Total Hip Arthroplasty
Alexander C. Gordon, MD, Darryl D. D’Lima, MD, and Clifford W. Colwell, Jr, MD
Hochgradig querverbundenes Polyäthylen beim totalen Hüftgelenkersatz

Obwohl der totale Hüftgelenkersatz ein geläufiges und hoch erfolgreiches Verfahren ist, ist seine Langzeitdauerhaftigkeit begrenzt durch die Zellantwort auf den Debris des Polyäthylenabriebs und den darauf folgenden Wirkungen auf den periprothetischen Knochen. Die Forschung zur Klärung der Wirkungen der Sterilisation auf die Haltbarkeit des Polyäthylens hat die Entwicklung von mehr verschleißresistentem Material erleichtert - hochgradig querverbundenes Polyäthylen. Labortestungen haben erbracht, daß hochgradig querverbundenes Polyäthylen deutlich den Verschleißwiderstand verbessert hat, verglichen mit konventionellem Polyäthylen unter unterschiedlichsten Bedingungen. Frühe klinische Daten haben diese Ergebnisse unterstützt. Um informierte Entscheidungen über dieses schon weitverbreitete und oft verwendete Produkt zu treffen, sollte der praktizierende orthopädische Chirurg ein grundlegendes Verständnis des Produktionsprozesses, so wie Kenntnisse über die geläufigsten Labor- und Kinikdaten haben.

Posttraumatic Proximal Interphalangeal Joint Flexion Contractures
Christopher J. Hogan, MD, and James A. Nunley, MD
Posttraumatische Flexionskontrakturen des proximalen Interphalangealgelenkes

Die normale Beweglichkeit des proximalen Interphalangealgelenkes erfordert knöcherne Abstützung, intakte Gelenkflächen, unbehindertes Sehnengleiten und unbeeinträchtigte Integrität der Kollateralbänder und der palmaren Platte. Ein Defizit an irgendeinem dieser strukturellen Erfordernisse kann zu einem Verlust der Fingergelenkbeweglichkeit und verminderter Handfunktion führen.Wenn die Fingerstreckung einmal verloren ist, gibt es sowohl nicht operative, als auch operative Behandlungsoptionen. Die nicht operative Behandlung, so wie Splints oder serieller Gips, sollte versucht werden bevor eine operative Intervention unternommen wird. Wenn eine schwere Flexionsdeformität vorliegt oder der Gefäßstatus des Fingers beeinträchtigt ist, sollte eine Arthrodese oder Amputation vorgenommen werden an Stelle von Verfahren zur Wiederherstellung der Beweglichkeit. Operative Optionen zur Wiedererlangung der Beweglichkeit beinhalten Fixateur externe und offenes chirurgisches Release. Obwohl sie zu verbesserter Streckung im proximalen Interphalangealgelenk führen können, tragen externe Fixateure das Risiko reduzierter Fingerbeugung und Pininfektionen in sich. Die meisten klinischen Serien von Patienten, die ein operatives Release erhalten haben, weisen eine Verbesserung der Flexionskontraktur zwischen 25° und 30° auf und eine Verschiebung des Flexions-Extensions-Bogens hin zu einem funktionelleren Umfang. Ein zeitnahes Follow-up ist wichtig mit häufiger Physiotherapie und Splinting.

Failed Back Surgery Syndrome: Diagnostic Evaluation
Richard D. Guyer, MD, Michael Patterson, MD, and Donna D. Ohnmeiss, DrMed
Das Syndrom der fehlgeschlagenen Rückenoperation: diagnostische Evaluation

Das Syndrom der fehlgeschlagenen Rückenoperation ist ein häufiges Problem mit enormen Kosten für Patienten, Versicherer und die Gesellschaft. Die Ätiologie der fehlgeschlagenen Rückenoperation kann mangelhafte Patientenauswahl sein, inkorrekte Diagnostik, suboptimale Selektion des Operationsverfahrens, schlechte Technik, Nicht-Erreichen chirurgischer Ziele und/oder rezidivierende Pathologien. Eine erfolgreiche Intervention bei dieser schwierigen Patientenpopulation erfordert eine detaillierte Anamnese, eine präzise körperliche Untersuchung und sorgfältig ausgesuchte diagnostische Tests. Die diagnostische Evaluation sollte darauf bedacht sein, Symptome akkurat zu identifizieren, extraspinale Ursachen auszuschließen, eine spezifische spinale Ursache zu identifizieren und den psychologischen Status des Patienten zu erheben. Erst nachdem diese Faktoren berücksichtigt wurden kann die weitere Behandlung geplant werden.

Perioperative Medication Management for the Patient With Rheumatoid Arthritis
Christopher R. Howe, MD, Gregory C. Gardner, MD, and Nancy J. Kadel, MD
Perioperatives Medikamentenmanagement für den Patienten mit rheumatoider Arthritis

Die Behandlung der rheumatoiden Arthritis hat sich in den letzten Jahren dramatisch verbessert mit dem Aufkommen der letzten Generation krankheitsmodifizierender antirheumatischer Substanzen. Trotz dieser Fortschritte wird bei einigen Patienten die Entzündung nicht ausreichend verringert, um irreversible myoskelettale Schäden zu vermeiden, was eine chirurgische Intervention erfordert, um Schmerzen zu reduzieren und die Funktion zu verbessern. In diesen Fällen trifft der orthopädische Chirurg häufig auf Patienten in einem Medikamentenregime, das aus nichtsteroidalen antiinflammatorischen Substanzen, Glukokortokoiden, Methotrexat und biologischen Agentien (krankheitsmodifizierende antirheumatische Substanzen) besteht. Die Konsultation eines Rheumatologen wird empfohlen, aber der Chirurg sollte auch von diesen Medikamenten Kenntnis haben, die potentiell das chirurgische Ergebnis beeinflussen könnten. Ein umsichtiges perioperatives Management dieser Substanzen ist erforderlich, um das chirurgische Ergebnis zu optimieren. Eine Balance muß eingehalten weren zwischen der Minimierung potentieller chirurgischer Komplikationen und der Aufrechterhaltung der Krankheitskontrolle, um die postoperative Rehabilitation von Patienten mit rheumatoider Arthritis zu erleichtern.

Clearing the Pediatric Cervical Spine Following Injury
Jason David Eubanks, MD, Allison Gilmore, MD, Shay Bess, MD, and Daniel R. Cooperman, MD
Die Abklärung der kindlichen Halswirbelsäule nach Unfall

Eine Verletzung der kindlichen Halswirbelsäule ist ungewöhnlich; allerdings kann eine übersehene oder verspätete Diagnose zu desaströsen Konsequenzen führen. Daher ist nach einem Unfall die Abklärung der kindlichen Halswirbelsäule wichtig. Zu den problematischen Punkten zählen die Compliance des Kindes bei der Untersuchung, die komplexe Anatomie der kindlichen Halswirbelsäule, ein fehlender Konsens über definitive Bildgebungsmodalitäten und die Koordination multipler medizinischer Fachrichtungen. Eine schnelle Abklärung der kindlichen Halswirbelsäule erfordert einen organisierten, multidisziplinären Zugang. Zusätzlich zu systematischen Verfahren innerhalb der Notaufnahme kann die Vorbeugung von übersehenen und verspäteten Diagnosen von Verletzungen der Halswirbelsäule durch die Anwendung einer klaren Methodik bei der Durchsicht von Röntgenbildern zusammen mit der klinischen Untersuchung des Kindes erleichtert werden. Dieser Algorithmus berücksichtigt die Eignung der Bildgebung, die Ausrichtung der knöchernen und Weichteilelemente, Beurteilung der Zwischenwirbelräume und das Vorhandensein abnormer Angulationen. Zusammen mit der Standardbehandlung erleichtert dieses Protokoll eine effektive und schnelle Abklärung der Halswirbelsäule.

Dr. Jörn Deneke, Augsburg im November 2006



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