September/October 1997 Article Abstracts in German

(Vol. 5, No. 5)
ISSN: 1067-151X
© 1997 American Academy of Orthopaedic Surgeons

Traumatic Anterior Glenohumeral Instability: The Role of Arthroscopy

Scott A. Lintner, MD, and Kevin P. Speer, MD

Die Rolle der Arthroskopie bei der traumatischen vorderen Instabilität des Schultergelenkes

Die statischen und dynamischen Stabilisatoren des Glenohumeralgelenkes wirken zusammen, um die Gelenkstabilität über den gesamten Umfang der normalen Schulterbeweglichkeit sicherzustellen. Diese Strukturen sind funktionell beeinträchtigt nach traumatischer vorderer Schulterluxation, die oft in eine rezidivierende Instabilität mündet. Das Arthroskop hat die Möglichkeiten des Chirurgen zur Untersuchung und Korrektur der Gelenkinstabilität verbessert. Die Rezidivrate der Instabilität nach arthroskopischer Stabilisierung ist historisch unannehmbar hoch gewesen im Vergleich mit offenen Stabilisierungstechniken. Die Verfasser bieten einen Therapiealgorithmus an und schlagen Richtlinien vor für die Anwendung arthroskopischer Techniken bei der Behandlung der instabilen Schulter.

Rheumatoid Arthritis of the Cervical Spine

Robert D. Monsey, MD

Die rheumatoide Arthritis der Halswirbelsäule

Die rheumatoide Arthritis befällt zuerst die obere Halswirbelsäule. Die charakteristischen Deformierungen sind atlanto-axiale Subluxation, vertikaler Versatz und subaxiale Subluxation. Die typischen Beschwerden der Patienten sind Nacken- und Hinterhauptsschmerzen, unterschwellige Zeichen der Myelopathie können auch vorhanden sein. Gebräuchliche radiologische Untersuchungen umfassen Röntgen-Nativaufnahmen, Tomographie und funktionelle Magnetresonanztomographie. Die hilfreichsten radiologischen Messungen sind der vordere Atlas-Dens-Abstand, der hintere Atlas-Dens-Abstand und der Grad des vertikalen Versatzes. Eine atlanto-axiale Subluxation von mehr als 9 mm mit vertikalem Versatz und hinterem Atlas-Dens-Abstand von weniger als 14 mm gehen mit neurologischen Ausfällen einher. Die konservative Behandlung ändert den natürlichen Verlauf dieser zervikalen Erkrankung nicht. Zu den herkömmlichen Operations-Indikationen zählen unerträgliche Schmerzen und neurologische Ausfälle. Der Verfasser diskutiert eher kontroverse Indikationen und schlägt Grundlagen und Richtlinien der Behandlung vor. Die primären chirurgischen Ziele sind die Stabilisierung befallener Segmente und die Lösung von Nervenkompressionen durch Reposition von Subluxationen oder direkten Kompressionen. Die Arthrodese gewährt eine zuverlässige Schmerzlinderung. Eine neurologische Wiederherstellung erfolgt eher bei Patienten mit präoperativ geringgradiger Myelopathie.

Septic Arthritis of the Hip in Children

Daniel J. Sucato, MD, Richard M. Schwend, MD, and Robert Gillespie, MD

Die septische Arthritis des Hüftgelenkes bei Kindern

Zu den Fortschritten der letzten Zeit über die Behandlung der septischen Arthritis des Hüftgelenkes bei Kindern zählen ein besseres Verständnis der Auswirkungen eines Infektes auf den Gelenkknorpel, Verbesserungen der diagnostischen Tests, incl. Blutsenkung und Sonographie des C-reaktiven Proteins und effizientere häusliche intravenöse und orale Antibiose. Die Frühdiagnose ist ausschlaggebend für eine erfolgreiche Behandlung. Die Feinnadel-Aspiration ist der spezifischste Test, dennoch sind falsch negative Ergebnisse möglich. Die Punktion zusammen mit der Arthrographie oder sonographisch gesteuerter Aspiration kann sicherstellen, daß die Nadel wirklich im Hüftgelenk liegt. Sofortige chirurgische Entlastung und postoperative antibiotische Therapie bis zum Abklingen der Infekt-Symptomatik sind erforderlich, um Spätfolgen zu vermeiden. Die chirurgische Behandlung der Beinlängendifferenz ist sinnvoller als Versuche, ein zerstörtes oder inkongruentes Gelenk zu retten.

Nerve Entrapment Syndromes of the Foot and Ankle

James L. Beskin, MD

Nervenkompressionssyndrome an Fuß und Sprunggelenk

Die Kompression eines Nerven am Sprunggelenk und Mittelfuß ist eine bedeutende, doch oft unterbewertete Ursache von Fußschmerzen. Genaue Kenntnis der Neuroanatomie und der Kompressionsstellen erleichtern die Diagnose; lokale Nervenläsionen an Fuß und Sprunggelenk müssen von proximalen neurologischen Funktionsstörungen und solchen systemischen Erkrankungen differenziert werden, die die Nervenfunktion beeinträchtigen können. Die Behandlung richtet sich auf die Reduktion des Kontaktdruckes vom Schuhwerk unter Berücksichtigung anderer zugrundeliegender Probleme, wie Ödeme und Instabilität des Sprunggelenkes.

Surgical Correction of Malunited Fractures of the Distal Radius

Thomas J. Graham, MD

Die operative Korrektur bei posttraumatischen Fehistellung des distalen Radius

Unerwünschte Folgen nach distalen Radiusfrakturen sind häufiger als ursprünglich angenommen. Da die Handgelenksbewegungen in verschiedenen Ebenen, sowie Pro- und Supination des Unterarmes das Ergebnis komplexer, integrieter mechanischer Kräfte sind, kann die nicht-anatomischer Stellung verheilte distale Radiusfraktur zu Funktionseinschränkungen und Schmerzen führen. Die Rekonstruktion der radialen Gelenkfläche, Weiderherstellung des distalen radio-ulnaren Gelenkspiels und Berücksichtigung des Weichtellmantels sind die Elemente einer erfolgreichen Rekonstruktion bei Fehlstellung des distalen Radius. Ein systematischer Zugang zur Beurteilung und Behandlung von Fehlstellungen des distalen Radius wird vorgestellt und indikationen und Techniken der operativen Behandlung, postoperative Rehabilitation, mögliche Komplikationen und Eingriffe bei Problemfällen diskutiert.

Hip Osteotomies: A Biomechanical Consideration

Richard A. Brand, MD

Hüft-Osteotomien: Eine biomechanische Betrachtung

Osteotomien des proximalen Femurs und im Bereich des Acetabulum führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Da die zugrundeliegenden Pathomechanismen der Osteoarthrose noch nicht völlig bekannt sind, ist es schwierig, vorauszusagen, welche Art der Osteotomie die Biomechanik verbessern wird. Osteotomien führen zu relativ geringen Veränderungen der Gelenkbelastung (10 % bis höchstens 20 %), die wahrscheinlich keine Gewebereaktionen nach sich ziehen. Allerdings verändern Osteotomien die Lastverteilung (d.h. Streßverteilung) und, was vielleicht wichtiger ist, den Streßgradienten. Diese Veränderungen des Kontaktes und der Belastung beeinflussen unzweifelhaft die Adaptation von Knorpel und Knochen. Wahrscheinlich kann das Ausmaß von Druck und Zug im Knorpel und dem darunterliegenden Knochen in einer solchen Weise verändert werden, daß ein besser vorraussagbares günstiges Remodeling eintritt. Zukünftige bildgebende Verfahren und Computertechnologien können eine patientenspezifische Anpassung ermöglichen, welche die Wirkung und Dauerhaftigkeit der Korrektur verbessern.

Translated by Dr med Jörn Deneke.



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