(Vol. 7, No. 5)
ISSN: 1067-151X
© 1999 American Academy of Orthopaedic Surgeons
Amy L. Ladd, MD, and Nathan B. Pliam, MD, PhD
Die Anwendung von Knochenersatzmaterialien bei distalen Radiusfrakturen
Die Entwicklung von Knochenersatzmaterialien bietet grundsätzlich die Vorteile der Knochentransplantation ohne die Risiken der autologen Entnahme. In den letzten paar Jahren hat die Amerikanische Food and Drug Administration verschiedene Produkttypen genehmigt. Diese variieren ziemlich in ihrer Zusammensetzung, ihrer strukturellen Stärke und ihrem osteoinduktiven und osteokonduktiven Potential, sowie in den Mechanismen und Raten, in denen sie resorbiert oder umgewandelt werden. Zu den Produkten, die jetzt für orthopädische Anwendungen in den Vereinigten Staaten zugelassen wurden, gehören solche natürlichen Ursprungs (d.h. demineralisierte humane Knochenmatrix, bovine Kollagen-Mineral-Zusammensetzungen und bearbeitetes Korallen-Hydroxylapatit), so wie synthetische Materialien (d.h. Calciumsulfat-Scheiben, bioaktives Glas und Calciumphosphat-Zement). Zu den in Entwicklung befindlichen Materialien zählen neue Varianten bereits verfügbarer Produkte und eine neue Generation biologisch aktiver Materialien mit Beimengung von Wachstumsfaktoren. Ein strenger Vergleich der Produkte ist schwierig, da keine allgemein anerkannten präklinischen Untersuchungen oder vergleichenden klinischen Studien vorliegen. Trotz der Einschränkungen der jetzt verfügbaren Daten, legen kontrollierte Studien und vereinzelte Berichte nahe, daß die Anwendung von Knochenersatzmaterialien bei Patienten mit Frakturen des distalen Radius zu verbesserten Behandlungsergebnissen führen können.
Joseph A. Buckwalter, MS, MD, and Alan J. Grodzinsky, PhD
Belastung von heilendem Knochen, Bindegewebe und Muskel: Implikationen für die orthopädische Praxis
Eines der wichtigsten Konzepte in der Orthopädie dieses Jahrhunderts ist das Verständnis, daß Belastung die Heilung von Knochen, Bindegewebe und Skelettmuskulatur beschleunigt. Grundlagen- und klinische Forschung haben gezeigt, daß diese Gewebe auf bestimmte Arten der Belastung ansprechen durch gesteigerte Matrixsynthese und in vielen Fällen durch Änderung von Zusammensetzung, Organisation und mechanischen Eigenschaften ihrer Matrices. Obwohl es neue vielversprechende Wege zur Verbesserung der Heilung von Knochen und Bindegewebe (d.h. Anwendung von Zytokinen, Zelltransplantaten und Gentherapie) gibt, hat keiner förderliche Wirkungen belegt im Vergleich mit denen, die durch Belastung heilender Gewebe hervorgerufen werden. Aus diesen Gründen werden Patienten mit Verletzungen des Bewegungsapparates, sowie frisch Operierte jetzt mit kontrollierter körperlicher Aktivität unter Belastung der heilenden Gewebe behandelt. Die Bewertung neuer Methoden zur Förderung der Heilung von Knochen, Bindegewebe und Muskulatur sollte die Wirkungen der Belastung auf Gewebeheilung und -umwandlung berücksichtigen.
Colin L. Eakin, MD, Kenneth J. Faber, MD, FRCSC, Richard J. Hawkins, MD, FRCSC, and W. David Hovis, MD
Störungen der Bicepssehne bei Sportlern
Es ist angenommen worden, daß der lange Kopf des M. biceps als ein Depressor und Stabilisierer des Humeruskopfes wirkt. Zusätzlich unterstützt der Biceps bei vielen Überkopfsportarten die positive und negative Beschleunigung des Armes. Bei ungeeignetem Training oder Erschöpfung kann ungeordneter Streß auf den Biceps wirken, um andere Muskeln zu kompensieren. Dies kann zu Abrieb und Verfall führen, entweder innerhalb der Sehnensubstanz, oder an ihrem Ursprung. Probleme des Biceps treten bei Sportlern üblicherweise zusammen mit anderen Schulterabnormitäten auf, so wie Impingement der Rotatorenmanschette und glenohumeraler Instabilität, was die Bestimmung der Rolle und des Grades der Bicepsbeteiligung schwer macht. Die pathologischen Veränderungen der Bicepssehne bei Sportlern können im allgemeinen klassifiziert werden als Degeneration, Instabilität und Störung des Sehnenursprungs. Wegen der engen Beziehung von Bicepsläsionen zu anderen Abnormitäten ist eine gründliche Untersuchung der Schulter bei vermutetem Schaden des Biceps unerläßlich. Zur Behandlung von Sportlern mit Bicepsproblemen gehört oft die Behandlung vergesellschafteter Störungen der Schulter.
Jess H. Lonner, MD, and Paul A. Lotke, MD
Aseptische Komplikationen nach Totalendoprothese des Kniegelenkes
Aseptische Komplikationen nach Totalendoprothese des Kniegelenkes treten weniger häufig auf als noch vor einem oder zwei Jahrzehnten. Dies hängt zum Teil mit technischen Fortschritten, Verbesserungen des Designs und Änderungen des perioperativen Managements zusammen. Die Fehlfunktion des Streckmechanismus ist die häufigste Komplikation und der am meisten genannte Grund für Sekundäreingriffe nach Totalendoprothese des Kniegelenkes. Mechanische Abnutzung, tibiofemorale Instabilität, periprothetische Frakturen, thrombembolische Geschehen, Wundheilungsstörungen, neurovaskuläre Probleme und Steifigkeit sind weniger häufig, aber dennoch beschwerlich und Ursprung für Fehlfunktionen nach Totalendoprothese des Kniegelenkes. Komplikationen beeinträchtigen das Ergebnis, und der effektivste Weg, ihnen zu begegnen, ist die Vorbeugung.
CDR Bruce L. Gillingham, MC, USN; LCDR Anthony A. Sanchez, MC, USNR; and Dennis R. Wenger, MD
Beckenosteotomien zur Behandlung der Hüftdysplasie bei Kindern und Jugendlichen
Die persistierende Dyplasie des Acetabulums ist eine wohlbekannte Ursache der frühzeitigen Coxarthrose. Bei der dysplastischen Hüfte tritt die Punktlast an der Kante des steilen, flachen Acetabulums auf. Beckenosteotomien verringern diese Last durch Vergrößerung der Kontaktfläche, Entspannung von Kapsel und Muskeln im Bereich der Hüfte, Verbesserung des Drehmomentes der Hüfte und Normalisierung der Belastungskräfte. Der orthopädische Chirurg kann aus einer Vielzahl verschiedener Beckenosteotomien wählen (d.h. retrograd, wiederherstellend und Verfahren der "Ultima ratio") zur Wiederherstellung der normalen Anatomie und der biomechanischen Kräfte in der Hüfte. Die Behandlung der entwicklungsbedingten Hüftdysplasie sollte so früh wie möglich begonnen werden, vornehmlich vor dem 5. Lebensjahr, um möglichst großen Nutzen aus den inhärenten Fähigkeiten des Hüftgelenkes zur Remodellierung zu ziehen. Die Behandlung der residuellen Dysplasie hängt ab vom Alter des Patienten und dem Vorhandensein oder Fehlen einer kongruenten Reposition der Hüfte. Bei Kindern im Alter zwischen 2 und 10 Jahren ist ein Vorgehen nach Salter und Pemberton im allgemeinen das geeignete. Beim älteren Kind oder Jungendlichen, bei dem der dreischichtige Knorpel offen bleibt, kann eine unbenannte Dreifachosteotomie oder eine periacetabuläre Osteotomie nach Ganz erwogen werden.
Bruce E. Thomas, MD, Geoffrey M. McCullen, MD, and Hansen A. Yuan, MD
Die Verletzungen der Halswirbelsäule beim Football
ODas Auftreten von Wirbelsäulenverletzungen wurde für 10 % bis 15 % der Footballspieler veranschlagt, meistens bei Linienspielern, Abwehrspielern und Hintermännern. Die überwiegende Mehrheit solcher Verletzungen heilt spontan, und völlige Wiederherstellung kann erwartet werden. Trotzdem können die vorhandenen Symptome ernsthafter Verletzungen der Halswirbelsäule denjenigen geringfügiger Verletzungen ähneln. Der orthopädische Chirurg muß oft auf dem Spielfeld oder später in der Kabine beurteilen, ob er raten darf, den Sportler wieder ins Spiel zu schicken. Diese Entscheidungen können einen enormen Einschnitt für den Spieler und seine Familie bedeuten. Die meisten ernsten Verletzungen der Halswirbelsäule haben den Mechanismus einer axialen Last auf die gestreckte Wirbelsäule gemein. Die Vermeidung von Techniken mit "Kopf-voraus-Attacken" und das Tragen einer tauglichen Ausrüstung verringern deutlich das Risiko ernsthafter Verletzungen.
Translated by Dr med Jörn Deneke.