September/October 2004 Article Abstracts in German

(Vol.12, No.5)
ISSN: 1067-151X
© 2004 American Academy of Orthopaedic Surgeons

New Therapies in Tendon Reconstruction
Michael J. DeFranco, MD, Kathleen Derwin, PhD, and Joseph P. Iannotti, MD, PhD
Neue Therapien zur Sehnenrekonstruktion

Trotz der Anwendung verschiedener Typen von Transplantaten, gibt es zur Zeit keine chirurgische Behandlung zur Wiederherstellung der normalen Eigenschaften einer Sehne. Techniken des Tissue Engineerings werden angewendet, um Therapien zur Sehnenrekonstruktion zu entwickeln. Biologische und synthetische Gerüste können Sehnendefekte ausgleichen und die Heilung verbessern, indem sie dazu beitragen, zur Regeneration der natürlichen biologischen Zusammensetzung der Sehne, ihre mechanische Kapazität wiederherzustellen. Dieser Vorgang kann zukünftig durch Methoden der Augmentation verstärkt werden, so wie Zellbefruchtung, Implantation von Wachstumsfaktoren und Gentherapie.

Fibrous Dysplasia
Selene G. Parekh, MD, MBA, Rakesh Donthineni-Rao, MD, Eric Ricchetti, MD, and Richard D. Lackman, MD
Fibröse Dysplasie

Die fibröse Dysplasie ist eine Entwicklungsstörung des Knochens, die in monostotischer oder polyostotischer Form auftreten kann. Sie macht 7 % aller benignen Knochentumoren aus und befällt vorwiegend Heranwachsende und junge Erwachsene. Viele der asymptomatischen Läsionen werden als Zufallsbefunde entdeckt; die anderen zeigen Symptome wie Schwellung, Deformität oder Schmerzen. Die fibröse Dysplasie ist mit vielen endokrinen und nicht endokrinen Störungen vergesellschaftet, sowie mit dem McCune-Albright- und dem Mazabraud-Syndrom. Die Ätiologie ist weiterhin unklar, aber die Molekularbiologie legt eine Mutation in der GSalpha-Untereinheit nahe, sowie eine Aktivierung von c-fos und anderen Proto-Onkogenen. Die fibröse Dysplasie hat ein charakteristisches radiologisches Erscheinungsbild. In den meisten Fällen ist eine Intervention nicht erforderlich, aber wo es erforderlich ist, wird üblicherweise eine chirurgische Kürettage, Knochentransplantation und - in einigen Fällen - eine interne Fixation durchgeführt. Wenn eine Intervention notwendig, eine Operation aber nicht praktikabel ist, wird mit Bisphosphonaten behandelt. Die Prognose ist im allgemeinen günstig, obwohl ungünstige Ergebnisse bei jüngeren Patienten häufiger sind und bei solchen mit polyostotischen Formen der Krankheit. Das Risiko für maligne Entartung ist niedrig.

Dislocation After Total Hip Arthroplasty
Maximillian Soong, MD, Harry E. Rubash, MD, and William Macaulay, MD
Die Luxation nach totalem Hüftgelenkersatz

Die Luxation ist eine der häufigsten Komplikationen nach totalem Hüftgelenkersatz (THGE). Zu den Risikofaktoren zählen neuromuskuläre und kognitive Störungen, Non-Compliance des Patienten und vorangehende Hüftoperationen. Die chirurgischen Überlegungen, die angestellt werden müssen, sind der Zugang, Weichteilzug, Positionierung der Komponenten, Impingement, Kopfgröße, Profil des Pfanneneinsatzes und die Erfahrung des Chirurgen. Neueste Verbesserungen bei der dorsalen Weichteilrekonstruktion nach primärem THGE haben eine reduzierte Inzidenz an Luxationen gezeigt. Wenn eine Luxation auftritt, helfen eine sorgfältige Anamnese, körperliche Untersuchung und radiologische Beurteilung in der Auswahl der geeigneten Intervention. Eine geschlossene Reposition ist üblicherweise möglich, und ein nicht-operatives Management ist oft erfolgreich in der Prävention von Rezidiven. Wenn diese Mittel fehlschlagen, sollten die Optionen der ersten Revision auf die zugrundeliegende Ätiolgie abzielen. Das schließt meistens Zug oder Augmentation der Weichteile ein, wie bei der Kapsulorrhaphie oder Verlagerung des Trochanters; Korrektur fehlpositionierter Komponenten oder Verbesserung der Kopf-Hals-Ratio. Wenn eine Instabilität persistiert oder wenn ein primärer THGE wiederholt luxiert ohne klare Ursache, kann eine Schnapp-Pfanne oder eine bipolare femorale Prothese so effektiv sein wie ein Ultima ratio-Verfahren.

Fusion in Posttraumatic Foot and Ankle Reconstruction
David B. Thordarson, MD
Arthrodesen bei posttraumatischer Fuß- und Sprunggelenksrekonstruktion

Trotz angemessener Akutbehandlung resultieren viele Fuß- und Sprunggelenksverletzungen in posttraumatischer Arthritis. Die Arthrodese bleibt die Hauptstütze in der Behandlung der endgradigen Arthritis von Fuß und Sprunggelenk. Das Verständnis für die Biomechanik von Fuß und Sprunggelenk, besonders welche Gelenke am meisten verantwortlich sind für die optimale Funktion des Fußes, kann helfen, die Bemühungen um eine Rekonstruktion zu leiten. Eine sorgfältige Anamnese und körperliche Untersuchung, geeignete Röntgenaufnahmen und - wenn nötig - differentielle Anästhesieblockaden, helfen, die Fusion nur auf solche Gelenke zu beschränken, die Schmerzen verursachen. Die Kompressionsfixation - wenn möglich - bleibt die Behandlung der Wahl. Wenn Knochendefekte vorliegen, kann allerdings eine Neutralisationsfixation notwendig sein, um einer sekundären Deformität vorzubeugen, die aus einer Impaktion in einen knöchernen Defekt resultieren könnte.

The Acutely Dislocated Knee: Evaluation and Management
Jeffrey A. Rihn, MD, Yram J. Groff, MD, Christopher D. Harner, MD, and Peter S. Cha, MD
Das akut luxierte Knie: Evaluation und Management

Akute Knieluxationen sind ungewöhnliche orthopädische Verletzungen. Da sie sich oft spontan reponieren vor der initialen Beurteilung, ist die tatsächliche Inzidenz unbekannt. Die Luxation bedeutet Verletzungen multipler Ligamente des Knies, was zu multidirektioneller Instabilität führt. Begleitende Meniskus-, osteochondrale und neurovaskuläre Verletzungen sind oft vorhanden und können das Management komplizieren. Das substantielle Risiko für begleitende Gefäßverletzungen gebietet, daß die vaskuläre Integrität bei allen vermuteten Knieluxationen mit Angiographie bestätigt wird. Beurteilung und initiale Behandlung müssen schnell durchgeführt werden, um extremitätengefährdende Komplikationen abzuwenden. Die definitive Behandlung der akuten Knieluxation bleibt Diskussionsgegenstand; allerdings kann die operative Rekonstruktion oder Naht aller Bandverletzungen wahrscheinlich helfen, die Rückkehr der adäquaten Kniefunktion zu erzielen. Wichtige Überlegungen beim chirurgischen Management sind das operative Timing, Transplantatwahl, Operationstechnik und postoperative Rehabilitation.

Management of Pediatric Femoral Shaft Fractures
John M. Flynn, MD, and Richard M. Schwend, MD
Die Behandlung kindlicher Femurschaftfrakturen

Femurschatfrakturen sind die häufigsten größeren kindlichen Verletzungen, die vom orthopädischen Chirurgen behandelt werden. Das Management wird beeinflußt durch Begleitverletzungen oder Polytrauma, Frakturform, Alter, familiäre Fragen und Kosten. Darüber hinaus sollte bei einem jungen Kind mit einer Femurfraktur an Kindesmißhandlung gedacht werden. Ein nicht operatives Management, üblicherweise mit frühzeitig angelegtem Spica-Gips, wird bei jüngeren Kindern bevorzugt. Die Operation ist üblich bei Kindern im Schulalter und bei Patienten mit hochenergetischem Trauma. Beim älteren Kind haben Extension gefolgt von Gipsruhigstellung, Fixateur externe, flexible intramedulläre Nägel und Plattenfixation spezifische Indikationen. Der Teenager mit ausgereiftem Skelett wird mit starrer intramedullärer Fixation behandelt. Zu den potentiellen Komplikationen der Behandlung zählen Verkürzung, Winkel- oder Rotationsfehlstellung, verzögerte Heilung, Pseudarthrose, Kompartmentsyndrom, überschießendes Wachstum, Infektion, Hautprobleme und Narbenbildung. Die Risiken des operativen Managements beinhalten Refraktur nach Entfernung eines Fixateur externe oder einer Platte, Osteonekrose nach starrer intramedullärer Nagelfixation und Weichteilirritation verursacht durch die Enden flexibler Nägel.

Free Vascularized Fibular Grafts for Reconstruction of Skeletal Defects
Konstantinos N. Malizos, MD, Charalampos G. Zalavras, MD, Panayotis N. Soucacos, MD, Alexandros E. Beris, MD, and James R. Urbaniak, MD
Freie vaskularisierte Fibulatransplantate zur Rekonstruktion von Skelettdefekten

Ernährt durch Peronaeusgefäße kann das vielseitige, freie vaskularisierte Fibulatransplantat verlagert werden zur Rekonstruktion von Skelettdefekten der Extremitäten. Es kann mit Haut, Faszie, Muskel und Gewebe aus Wachstumszonenkombiniert werden, um den Bedürfnissen des Empfängerortes zu entsprechen. Es kann quer geschnitten und gefaltet werden, um die Länge und Breite tibialer oder femoraler Defekte zu rekonstruieren. Die Hauptindikationen für dieses Transplantat sind Defekte länger als 5 bis 6 cm oder mit ungenügender Vaskularität der umgebenden Weichteilgewebe. Eine deatillierte präoperative Planung, Erfahrung in mikrovaskulären Techniken und sorgfältige postoperative Nachsorge sind notwendig, um Komplikationen zu minimieren und das Ergebnis zu verbessern. Das freie vaskularisierte Fibulatransplantat ist erfolgreich angewendet worden als eine Rekonstruktionsoption bei Patienten mit traumatischem oder septischen Skelettdefekt, nach Tumorresektion und war vielversprechend bei Patienten mit kongenitaler Pseudarthrose.

Dr. Jörn Deneke, Augsburg im Dezember 2006



Member/Resident Login | Subscriber/Guest Login